70/20/10 Creative-Reskinning
Wann Sie diese Methode brauchen
Ihr Paid-Team produziert laufend neue Kampagnenideen, während die wenigen nachweislich starken Anzeigen auslaufen oder ersetzt werden. Das Ergebnis: hohe Kreativkosten, schwankende Performance und kein systematisches Lernen daraus, was bereits funktioniert hat.
Vorgehen
- 1Die nachweislich stärksten Anzeigen identifizieren. Die oberen fünf bis zehn Prozent nach Performance.
- 2Deren wirksamste Elemente isolieren, insbesondere den Einstieg (die ersten Sekunden beziehungsweise die Headline).
- 3Das Budget der Varianten-Produktion nach 70/20/10 aufteilen: enge Kopien des Gewinners, verwandte Abwandlungen, Neues.
- 4Wirksame Einstiege auf viele neue Varianten übertragen (Hook-Transplantation), statt jedes Mal bei null zu beginnen.
- 5Einen Gewinner so lange fahren, wie die Zahlen tragen. Die interne Ermüdung kommt lange vor der des Publikums.
Typische Anwendung
Ein typischer Fall: Ein B2B-SaaS wechselt seine LinkedIn-Anzeigen im Monatsrhythmus komplett aus, weil das Team „frische Ideen“ für nötig hält. Die Auswertung zeigt, dass eine einzige ältere Anzeige den Großteil der qualifizierten Klicks gebracht hatte, bevor sie abgeschaltet wurde. Das Team reaktiviert den Gewinner, produziert systematisch enge Varianten mit demselben Einstieg und reserviert nur einen kleinen Teil des Budgets für echte Neuversuche. Die Kreativkosten sinken, die Performance stabilisiert sich.
Grenzen und Gegenindikationen
Die Methode setzt belastbare Performance-Daten voraus, bei kleinen Budgets oder Stichproben ist der „Gewinner“ oft Zufall. Sie optimiert innerhalb einer funktionierenden Botschaft; ein grundlegend falsches Messaging wird durch Vervielfältigung nicht besser. Bei sehr kleinen B2B-Zielgruppen tritt Anzeigen-Ermüdung real früher ein als im Konsumentengeschäft.
Woran Sie Wirkung messen
Beobachten Sie die Performance-Streuung über Ihre Creatives und den Anteil des Spends, der auf nachweislich starken Varianten läuft.
Verwandte Methoden
Quellen
- 1.Managing Your Innovation Portfolio, Bansi Nagji & Geoff Tuff, Harvard Business Review (öffnet in neuem Tab) · Harvard Business Review · 2012 · Wissenschaft und FachliteraturQuelle der 70/20/10-Allokationslogik selbst: überdurchschnittlich erfolgreiche Unternehmen legen rund 70 Prozent der Mittel auf Bewährtes, 20 Prozent auf angrenzende Abwandlungen und 10 Prozent auf echte Neuversuche. Die Arbeit betrifft Innovationsportfolios, nicht Werbemittel; sie trägt die Aufteilung, nicht die Anwendung auf Anzeigen.
- 2.The Secret to Printing Money With Paid Ads, Alex Hormozi (öffnet in neuem Tab) · Alex Hormozi (YouTube) · 2024-07-20 · PraxisquelleHerkunft der Übertragung der Aufteilung auf Werbemittel: Gewinner-Anzeigen werden in engen Varianten vervielfältigt statt ersetzt.
Ursprung: Hormozi · Adaptiert aus: Alex Hormozi ($100M Offers/$100M Leads, YouTube-Langform)
Zuletzt geprüft: 2026-07-25 von Dr. Oliver Gausmann