tl;dv
tldx Solutions GmbH ·tldv.io· Stand: 2026-07-30
Unser Urteil
Ein Mitschnitt mit automatischer Zusammenfassung ist kein Unterscheidungsmerkmal mehr. Wer keinen hat, führt ein CRM mit leeren Feldern, verliert Kontext bei jeder Übergabe und schult neue Leute an Anekdoten statt an echten Gesprächen. Wer einen hat, steht damit genauso da wie der Wettbewerb. Der Vorsprung entsteht erst dort, wo aus den Gesprächen systematisch Produkt-, Preis- und Einwandsentscheidungen abgeleitet werden, und das leistet kein Aufzeichnungswerkzeug von allein.
Für wen es taugt
Solopreneur
geeignet
Der kostenlose Tarif nimmt unbegrenzt auf und transkribiert unbegrenzt, deckelt die KI-Auswertung aber bei zehn Meetings. Wer die Zusammenfassungen dauerhaft will, landet bei 18 Euro je Monat.
KMU
geeignet
18 bis 29 Euro je Nutzer und Monat bei jährlicher Zahlung bleiben kalkulierbar, und abgerechnet wird nach Sitzen, nicht nach Gesprächsminuten. Die schwierigere Frage ist, wer im Haus wirklich einen Sitz braucht.
Konzern
bedingt geeignet
SSO nach Maß, SCIM, unternehmensweite Aktivitätsprotokolle und privat gehostete KI liegen sämtlich im Enterprise-Tarif, dessen Preis nicht öffentlich ist. Ohne Protokollierung und ohne vertraglich festgelegte KI-Region ist eine Freigabe durch Konzern-Compliance und Betriebsrat unwahrscheinlich.
Kaufen, wechseln oder bauen
Standardprodukt
Aufzeichnung im Konferenzsystem selbst
Zoom, Teams und Meet nehmen selbst auf und liefern inzwischen eigene KI-Zusammenfassungen mit. Das kostet häufig nichts zusätzlich, weil es in der bestehenden Lizenz steckt, und die Hinweispflicht beim Aufzeichnen ist im Konferenzsystem bereits verdrahtet. Der Preis dafür: die Mitschnitte liegen je Plattform getrennt, eine Suche über alle Gespräche hinweg gibt es nicht, und wer zwei Konferenzsysteme im Haus hat, pflegt zwei Archive ohne gemeinsame Auswertung.
KI-nativ
KI-native Notizassistenten
Eine ganze Klasse von Werkzeugen ist von vornherein um die Zusammenfassung herum gebaut, oft billiger und in der Grundfunktion kostenlos. Sie sind schneller eingeführt und in der Zusammenfassungsqualität mindestens ebenbürtig. Sie verlagern die Verarbeitung aber überwiegend in die USA und legen ihre Subunternehmer seltener vollständig offen. Für ein deutsches Unternehmen mit Betriebsrat ist genau das der Punkt, an dem die Einführung liegen bleibt, und dort liegt der eigentliche Unterschied zu tl;dv.
Eigenbau
Aufzeichnung über eine Bot-Schnittstelle, Auswertung im eigenen Haus
Technisch machbar: eine Meeting-Bot-Schnittstelle nimmt auf, Transkription und Auswertung laufen über selbst gewählte Modelle, die Gespräche landen in der eigenen Datenhaltung neben CRM und Produktnutzung. Das lohnt sich nur, wenn Gesprächsdaten in ein eigenes Produkt oder in eine eigene Auswertung fließen sollen, etwa in Einwand- und Preisanalysen über tausende Gespräche. Für reine Meeting-Notizen zahlt man Entwicklungszeit und Betriebsverantwortung für etwas, das es fertig für 18 Euro im Monat gibt.
Unser Rat
- Solopreneur: Kostenloser Tarif, und erst auf Pro wechseln, wenn die zehn KI-Meetings regelmäßig nicht reichen.
- KMU: Kaufen, aber Sitze nur an die vergeben, die tatsächlich Kundengespräche führen.
- Konzern: Vor der Einführung Betriebsrat, KI-Region und Protokollierung schriftlich klären, sonst wird es Enterprise.
Wer dahinter steht
Tragfähigkeit: Jung
Ein deutscher Anbieter mit sauberem Registereintrag, geprüften Sicherheitsnachweisen und offengelegter Lieferkette. Die Kapitaldecke ist jedoch dünn: eine einzige Seed-Runde im Juni 2022, seither ist keine weitere Finanzierung verzeichnet. Das kann Effizienz bedeuten oder eine schwierige Anschlussfinanzierung. Der Markt für Gesprächsaufzeichnung ist zugleich der am dichtesten besetzte und am besten finanzierte im GTM-Umfeld.
- Rechtsträger und Registereintrag: tldx Solutions GmbH, Kaiser-Friedrich-Allee 51, 52074 Aachen; Amtsgericht Aachen HRB 23730; USt-IdNr. DE330894275; drei Geschäftsführer · Quelle · Stand 2026-07-30
- Finanzierung: 4,49 Mio. US-Dollar aus einer Seed-Runde im Juni 2022 (K Fund als Lead, Seedcamp); seither keine weitere Runde verzeichnet · Quelle · Stand 2026-07-30
- Geprüfte Sicherheitsnachweise: SOC 2 Type II Report 2026 und Penetrationstest-Attestierung 2026, im Trust Center hinterlegt und auf Zugangsanfrage einsehbar · Quelle · Stand 2026-07-30
- Offengelegte Lieferkette: 14 Subprozessoren öffentlich gelistet, je mit Zweck und Standort · Quelle · Stand 2026-07-30
- Verbreitung (Anbieterangabe, ungeprüft): über 2 Mio. Nutzer und über 1 Mio. Teams laut eigener Preisseite; eine unabhängige Bestätigung liegt nicht vor · Quelle · Stand 2026-07-30
Ausstiegskosten: Mittel
Einzelne Aufzeichnungen, Transkripte und Notizen lassen sich herunterladen, ab dem Pro-Tarif kommen API, Webhooks und ein MCP-Server dazu, über die sich das Archiv maschinell abziehen lässt. Einen dokumentierten Massenexport auf Knopfdruck haben wir nicht gefunden. Teuer wird der Ausstieg nicht durch den Vertrag, sondern durch das Archiv: je länger aufgezeichnet wurde, desto mehr Gesprächsgeschichte hängt am Anbieter. Im kostenlosen Tarif erledigt sich die Frage von selbst, dort verschwinden Aufnahmen nach drei Monaten.
Regulatorik und Daten
| Auftragsverarbeitung | vorhanden, Einsicht nur auf AnfrageDas Trust Center führt ein Data Processing Agreement als Dokument, gibt es aber erst nach einer Zugangsanfrage heraus. Die öffentlichen Nutzungsbedingungen binden es nicht ein und verweisen nur auf die Datenschutzerklärung.Quelle · Stand 2026-07-30 |
|---|---|
| Speicherort | EWR: Google Cloud (Deutschland), Wasabi (Deutschland), Hetzner (Deutschland und Finnland)Aufzeichnungen und Meeting-Artefakte liegen laut Datenschutzerklärung im EWR. Das gilt für die Speicherung. Die KI-Verarbeitung ist davon zu trennen, sie folgt einer wählbaren Regionseinstellung.Quelle · Stand 2026-07-30 |
| Subunternehmer | 14 namentlich mit Zweck und Standort öffentlich gelistetGenannt sind unter anderem Google Cloud, Wasabi, Hetzner, Cloudflare, Anthropic, Vanta, Paragon, HubSpot, Intercom, Stripe und GitLab. Diese Offenlegungstiefe ist in dieser Werkzeugklasse die Ausnahme und ein belastbarer Pluspunkt.Quelle · Stand 2026-07-30 |
| Drittlandübermittlung | ja, für Teilfunktionen; Grundlage StandardvertragsklauselnAnthropic, GitLab und Intercom sind als US-Subprozessoren gelistet, Stripe weltweit. Die Datenschutzerklärung nennt als Grundlage die von der EU-Kommission erlassenen Standardvertragsklauseln. Entscheidend ist die KI-Region: die Verarbeitung von Transkriptteilen kann laut Datenschutzerklärung in der EU oder in den USA erfolgen, je nach gewählter Einstellung.Quelle · Stand 2026-07-30 |
| Training mit Kundendaten | nein, ausdrücklich zugesagtDie Datenschutzerklärung sagt zu, Kundeninhalte nicht zum Trainieren, Nachtrainieren oder Verbessern von Basismodellen oder generativer KI zu verwenden, und erstreckt diese Zusage auf die eingesetzten KI-Anbieter. Das ist eine der wenigen klaren Aussagen in dieser Werkzeugklasse.Quelle · Stand 2026-07-30 |
| Aufbewahrung und Löschung | kostenloser Tarif 3 Monate, zahlende Konten bis zur KontolöschungWeitere Fristen aus der Datenschutzerklärung: technische Protokolle 10 Tage, E-Mail-Adressen von Meeting-Teilnehmern 5 Jahre oder bis zum Löschverlangen, Vorabkontakte 3 Jahre. Eine feinere Aufbewahrungssteuerung je Team ist öffentlich nicht dokumentiert.Quelle · Stand 2026-07-30 |
| Zertifikate | SOC 2 Type II und Penetrationstest 2026 beim Anbieter; ISO 27001 und PCI DSS nur bei den RechenzentrenDas Trust Center weist für tl;dv selbst SOC 2 Type II und DSGVO aus, kein eigenes ISO-27001-Zertifikat. Die auf der Sicherheitsseite genannten ISO- und PCI-Nachweise gehören den Rechenzentrumsbetreibern. Das ist nicht dasselbe und sollte in einer Lieferantenprüfung nicht vermischt werden.Quelle · Stand 2026-07-30 |
| EU-KI-Verordnung, Artikel 50 | unklarPreisseite und Sicherheitsseite tragen ein Siegel mit der Aussage, das Produkt sei EU-AI-Act-konform. Ein Beleg dafür, wie die Transparenzpflichten aus Artikel 50 erfüllt werden, liegt öffentlich nicht vor. Diese Pflichten greifen ab August 2026, ein Selbstetikett ersetzt den Nachweis nicht.Quelle · Stand 2026-07-30 |
| Protokollierung | nur im Enterprise-TarifUnternehmensweite Aktivitätsprotokolle werden auf der Preisseite ausschließlich im Enterprise-Tarif aufgeführt, zusammen mit SCIM und SSO nach Maß. Wer Zugriffe auf Gesprächsaufzeichnungen nachvollziehbar protokollieren muss, kann das in den Tarifen Pro und Business nicht.Quelle · Stand 2026-07-30 |
Was es wirklich kostet
Einstieg
Kostenloser Tarif mit unbegrenzter Aufzeichnung und Transkription in über 30 Sprachen, aber gedeckelt auf zehn Meetings mit KI-Notizen. Pro kostet 18 Euro je Nutzer und Monat bei jährlicher Zahlung, 29 Euro bei monatlicher.
Quelle · Stand2026-07-30
Was teuer wird
Beim Sprung auf Business und bei der Zahl der Sitze. Business kostet 29 Euro jährlich und 39 Euro monatlich je Nutzer; erst dort liegen mehrsprachige Premium-Transkription und Auswertungen über mehrere Gespräche hinweg. Alles, was eine größere IT-Organisation verlangt, also SSO nach Maß, SCIM, Aktivitätsprotokolle und privat gehostete KI, sitzt im Enterprise-Tarif ohne öffentlichen Preis. Und weil je Sitz abgerechnet wird, wächst die Rechnung mit dem Team, nicht mit dem Nutzen.
Was es verdrängt
- Handnotizen, die später ins CRM getippt werden
- Getrennte Mitschnitt-Archive je Konferenzsystem
- Gesprächsprotokolle aus dem Gedächtnis nach dem Termin
Schnittstellen
- REST-API und Webhooks (ab Pro)
- MCP-Server für Sprachmodelle (ab Pro)
- CRM- und Workflow-Anbindungen über Paragon
- Aufzeichnung in Zoom, Microsoft Teams und Google Meet sowie bot-freier Desktop-Rekorder
Bei uns: Nicht von uns genutzt
Nicht im Einsatz. Diese Einschätzung stammt aus der Prüfung öffentlicher Anbieterunterlagen, nicht aus eigenem Betrieb.
Belege
- 1.Rechtsträger, Registergericht, HRB-Nummer, Geschäftsführer und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer · Stand 2026-07-30
- 2.Tarifnamen und Preise: kostenlos, Pro 18 Euro jährlich und 29 Euro monatlich, Business 29 Euro jährlich und 39 Euro monatlich je Nutzer, Enterprise auf Anfrage; Deckel von zehn KI-Meetings im kostenlosen Tarif; Aktivitätsprotokolle, SCIM und SSO nach Maß nur im Enterprise-Tarif · Stand 2026-07-30
- 3.Speicherorte im EWR, vollständige Liste der KI-Anbieter, Zusage gegen Modelltraining mit Kundeninhalten, Aufbewahrungsfristen und Standardvertragsklauseln als Drittlandgrundlage · Stand 2026-07-30
- 4.SOC 2 Type II, Penetrationstest-Attestierung 2026, hinterlegtes Data Processing Agreement und die vollständige Liste von 14 Subprozessoren mit Zweck und Standort · Stand 2026-07-30
- 5.Der Kunde trägt die Pflicht, vor Beginn der Aufzeichnung die Einwilligung aller Teilnehmer einzuholen; Inhalte können nach Kontoschließung gelöscht werden · Stand 2026-07-30
- 6.Wählbare KI-Region und die Zusatzfunktion, externe Teilnehmer automatisch um Aufzeichnungseinwilligung zu bitten · Stand 2026-07-30
- 7.Finanzierungshistorie: 4,49 Mio. US-Dollar aus einer Seed-Runde im Juni 2022, keine weitere Runde verzeichnet · Stand 2026-07-30
Zuletzt geprüft: 2026-07-30vonDr. Oliver Gausmann, Convios GmbH
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