F · Unit EconomicsExtern belegt

Rule of 40 (zu 60)

Wachstumsrate plus Profitmarge sollen zusammen mindestens 40 Prozent ergeben; im PE- und Zins-Umfeld verschiebt sich die Latte Richtung 60. Profit darf gegen Wachstum getauscht werden, aber die Summe muss stimmen.

Wann Sie diese Methode brauchen

Ihr Unternehmen wächst, verbrennt dabei aber Geld, oder es ist profitabel, wächst aber kaum noch. Beide Zustände lassen sich einzeln schönrechnen. Kapitalgeber, insbesondere im reiferen und PE-nahen Umfeld, verlangen eine Balance-Kennzahl, die Wachstum und Profitabilität in einer Zahl diszipliniert.

Vorgehen

  1. 1Addieren Sie die ARR- oder Umsatz-Wachstumsrate in Prozent und die Profitmarge (FCF- oder EBITDA-Basis, konsistent gewählt).
  2. 2Prüfen Sie die Summe gegen die Schwelle: mindestens 40, bei PE-Reife und Profit-Disziplin zunehmend 60.
  3. 3Analysieren Sie bei Unterschreitung, welche Seite der eigentliche Hebel ist: ineffizientes Wachstum oder fehlende Kostendisziplin.
  4. 4Nutzen Sie die Kennzahl als Leitplanke für Investitionsentscheidungen, nicht als alleiniges Ziel.
  5. 5Beobachten Sie parallel GRR und NRR, weil Expansion schwaches Neugeschäft und Churn kaschieren kann.

Typische Anwendung

Ein typischer Fall: Ein reiferes B2B-SaaS bereitet sich auf einen Eigentümerwechsel Richtung PE vor. Wachstum und Marge werden bislang in getrennten Vorstandsfolien berichtet und getrennt optimiert. Die Führung stellt auf die Summen-Kennzahl um und erkennt, dass das Unternehmen unter der Schwelle liegt, weil Wachstum mit ineffizientem Vertriebsaufbau erkauft wird. Die Konsequenz ist kein Sparprogramm, sondern eine gezielte Verlagerung von unrentablen Segmenten in effiziente, was die Summe über die Schwelle hebt.

Grenzen und Gegenindikationen

Die Schwelle ist eine Konvention, keine Naturkonstante; sie variiert mit Zinsumfeld, Reife und Käufertyp. Sehr junge Firmen mit kleinem Umsatz sollten nicht primär über diese Kennzahl gesteuert werden. Die Wahl der Margen-Basis (FCF oder EBITDA) verändert das Ergebnis und muss konsistent offengelegt werden.

Woran Sie Wirkung messen

Summe aus Wachstumsrate und Profitmarge in Prozent, im Zeitverlauf und gegen die relevante Schwelle (40 beziehungsweise 60) gelesen.

Verwandte Methoden

Quellen

  1. 1.Is 60 the New (Rule of) 40? Setting a New Standard of Software Excellence, Bain & Company (öffnet in neuem Tab) · Bain & Company · 2022 · Investment-, Beratungs- oder AnalystenhausBelegt die Regel als Summe aus Umsatzwachstum und EBITDA-Marge, dass die meisten Softwareunternehmen sie verfehlen und dass Spitzenanbieter inzwischen Werte in den 60ern und darüber erreichen.
  2. 2.Why the Rule of 40 is Becoming the Rule of 60, Dave Kellogg (Kellblog) (öffnet in neuem Tab) · Kellblog · 2026 · PraxisquelleFührt die Verschiebung der Latte auf gesunkene Bewertungsmultiplikatoren im Private-Equity-Umfeld zurück und zeigt die Verschiebung von 40 Prozent Wachstum plus 20 Prozent Marge zu 20 plus 40.

Ursprung: Kellogg

Zuletzt geprüft: 2026-07-25 von Dr. Oliver Gausmann

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