Effizienz im EinzelfallFertigproduktEtabliert, KI nachgerüstet

lemlist

LEMPIRE SAS, Paris (RCS Paris 823 475 082) ·www.lemlist.com· Stand: 2026-07-30

Führt Kaltkontakt über E-Mail, LinkedIn, Telefon und SMS in einer Sequenz zusammen, verwaltet die sendenden Postfächer und deren Zustellbarkeit und schreibt Antworten, Abmeldungen und Termine an den Kontakt zurück.

Unser Urteil

Ein Sequenz-Werkzeug macht niemanden unterscheidbar, denn der Wettbewerb benutzt dieselbe Kategorie und häufig dieselben Anbieter. Wer Kaltkontakt aber ohne diese Schicht betreibt, verliert die Kontrolle über Zustellbarkeit, Abmeldungen und Antwort-Zuordnung, und genau dort entstehen die teuren Fehler, weil personenbezogene Daten von Nichtkunden verarbeitet werden. Also Pflichtausrüstung: Es verhindert Rückfall, es schafft keinen Vorsprung.

Für wen es taugt

Solopreneur

geeignet

Der Einstiegstarif kostet 69 US-Dollar im Monat pauschal und begrenzt die Nutzerzahl nicht. Eine Person kann damit 50.000 E-Mails im Monat versenden, ohne Sitzlizenzen zu rechnen.

KMU

geeignet

Sobald LinkedIn, Anruf und SMS dazukommen, wechselt das Modell auf 109 US-Dollar je Nutzer und Monat. Für ein Vertriebsteam von fünf Personen bleibt das kalkulierbar, solange die Anreicherung über Kredite nicht zum zweiten Rechnungsposten wird.

Konzern

bedingt geeignet

Anmeldung über SSO und SAML sowie eigene Rollen gibt es erst im Enterprise-Tarif mit Angebotspreis ab fünf Nutzern. Schwerer wiegt, dass der Anbieter schriftlich festhält, kundeneigene Auftragsverarbeitungsverträge nicht zu unterschreiben. Das bricht eine konzernübliche Lieferantenprüfung regelmäßig ab.

Kaufen, wechseln oder bauen

Standardprodukt

Sequenzen im vorhandenen CRM

Salesforce, HubSpot und Pipedrive bringen eigene Sequenzfunktionen mit. Der Vorteil ist, dass Kontakt, Verlauf und Umsatz in einem System bleiben und keine zweite Datenhaltung mit personenbezogenen Daten entsteht. Der Preis dafür ist die schwächere Zustellschicht: Postfach-Rotation, Aufwärmen und Antwort-Erkennung sind dort Nebenfunktionen, keine Kernaufgabe.

KI-nativ

Recherche-Agent plus getrennte Versandschicht

Werkzeuge wie Clay oder ein selbst gebauter Agent recherchieren je Kontakt und schreiben den Text, der Versand läuft danach über einen spezialisierten Dienst. Das hebt die Trefferquote der Ansprache spürbar, ersetzt die Zustellschicht aber nicht, sondern setzt sie voraus. Wer beides bei einem Anbieter kauft, spart eine Naht. Wer es trennt, gewinnt Austauschbarkeit.

Eigenbau

Eigener Versand über eine Mail-Schnittstelle

Technisch ist das kein großes Stück Arbeit: Amazon SES, Postmark oder Resend versenden, ein eigenes Register hält Kontakte, Schritte und Antworten. Teuer wird der Eigenbau nicht durch den Versand, sondern durch alles daneben: Abmeldelogik, Rückläufer-Behandlung, Postfach-Rotation, Antwort-Erkennung und der Nachweis, wann wer widersprochen hat. Sinnvoll nur, wenn Outbound selbst zum Produkt gehört.

Unser Rat

  • Solopreneur: Kaufen, Einstiegstarif, keinen Eigenbau.
  • KMU: Kaufen, aber die Kreditkosten vor dem Jahresvertrag hochrechnen.
  • Konzern: Erst die Verweigerung des eigenen AVV mit dem Datenschutz klären, dann entscheiden.

Wer dahinter steht

Tragfähigkeit: Etabliert

Die Rechtsperson ist seit November 2016 im Handelsregister Paris eingetragen und arbeitet ohne Wagniskapital. Der Zukauf von Claap im Oktober 2025 wurde nach eigener Darstellung achtstellig und aus eigener Kraft bezahlt, was auf einen tragenden Zahlungsstrom hindeutet.

  • Rechtsperson und Registereintrag: LEMPIRE SAS, RCS Paris 823 475 082, eingetragen am 1. November 2016, Sitz 128 rue La Boétie, 75008 Paris · Quelle · Stand 2026-07-30
  • Wiederkehrender Jahresumsatz: rund 35 Mio. US-Dollar laut Fachpresse zum Stand Oktober 2025 · Quelle · Stand 2026-07-30
  • Finanzierung: ohne Wagniskapital; Zukauf von Claap im Oktober 2025 achtstellig und selbst finanziert · Quelle · Stand 2026-07-30
  • Kundenzahl: über 20.000 Unternehmen laut Fachpresse zum Stand Oktober 2025 · Quelle · Stand 2026-07-30
  • Prüfbericht: SOC 2 Type 2 im öffentlichen Vertrauensportal gelistet, dazu 57 dokumentierte Kontrollen · Quelle · Stand 2026-07-30

Ausstiegskosten: Mittel

Kontakte und Kampagnenergebnisse lassen sich als CSV und über die Programmierschnittstelle herausziehen, allerdings nur Kampagne für Kampagne, seit der Sammelexport über mehrere Kampagnen entfallen ist. Was nicht mitkommt, ist der eigentliche Wert: die aufgewärmte Zustellreputation der sendenden Postfächer, der Antwortverlauf im gemeinsamen Posteingang und die Sequenzlogik. Dazu kommt der Vertrag: Ein Jahresmindestbetrag ist laut AGB weder kündbar noch erstattbar, ungenutzte Kredite verfallen.

Regulatorik und Daten

Auftragsverarbeitungeigenes Dokument, elektronisch unterzeichenbar; Kundenverträge werden abgelehntDer Anbieter stellt einen eigenen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Artikel 28 zur Unterschrift bereit und schreibt zugleich ausdrücklich, dass er die Verträge seiner Kunden nicht unterzeichnet.Quelle · Stand 2026-07-30
SpeicherortOVH, FrankreichDie AGB nennen OVH mit Anschrift in Roubaix als Hoster. Die Datenschutzerklärung sagt, die Server lägen ausschließlich in der Europäischen Union. Die Hilfeseite präzisiert auf Frankreich und den Europäischen Wirtschaftsraum.Quelle · Stand 2026-07-30
Subunternehmerkeine öffentliche ListeDie AGB verweisen für die Liste der Unterauftragnehmer auf eine Anfrage beim Datenschutzbeauftragten. Öffentlich namentlich genannt sind nur Dienste der Website und des Marketings wie Intercom, HubSpot, Segment und Amplitude, nicht die Dienste der Anwendung selbst.Quelle · Stand 2026-07-30
DrittlandübermittlungunklarDie Hilfeseite sagt, es würden keine personenbezogenen Daten außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums verarbeitet. Die Datenschutzerklärung hält gleichzeitig Standardvertragsklauseln für Übermittlungen bereit, und die AGB erlauben den Einsatz von Amazon Web Services. Diese drei Aussagen decken sich nicht, die Frage gehört deshalb in den Vertrag.Quelle · Stand 2026-07-30
Training mit KundendatenunklarWeder AGB noch Datenschutzerklärung sagen, ob Kampagnentexte, eingehende Antworten oder Kontaktdaten in das Training von Modellen fließen. Da das Produkt KI-Funktionen für Recherche und Texterstellung enthält, ist die Frage offen und vor der Unterschrift zu klären.ohne Quellenangabe · Stand 2026-07-30
Aufbewahrung und Löschungbis zu 3 Jahre nach Schließung des KontosDie Datenschutzerklärung nennt für Servicedaten höchstens drei Jahre nach Schließung des Kontos und für Nachweisdaten die gesetzliche Verjährung von in der Regel fünf Jahren. Die AGB versprechen die Löschung vertraulicher Unterlagen binnen dreißig Tagen nach Vertragsende, nehmen Sicherungskopien aber ausdrücklich aus.Quelle · Stand 2026-07-30
ZertifikateSOC 2 Type 2Das öffentliche Vertrauensportal führt einen SOC-2-Type-2-Bericht und 57 dokumentierte Kontrollen. Ein eigenes ISO-27001-Zertifikat ist dort nicht gelistet. Die AGB nennen ISO 27001 nur als Beispiel für branchenübliche Kontrollen, das ist kein Nachweis.Quelle · Stand 2026-07-30
EU-KI-Verordnung, Artikel 50Anbieter stuft die eigene KI-Funktion als System mit begrenztem Risiko einDie AGB bezeichnen den Lead Finder ausdrücklich als KI-System mit begrenztem Risiko. Das ist genau die Kategorie, an der die Transparenzpflichten aus Artikel 50 hängen, die ab August 2026 greifen. Wie der Anbieter diese Pflichten umsetzt, steht dort nicht.Quelle · Stand 2026-07-30
ProtokollierungunklarDas Vertrauensportal listet interne Kontrollen zu Änderungs- und Zugriffsverwaltung. Ob und in welchem Tarif der Kunde selbst ein nachvollziehbares Protokoll über Zugriffe und Änderungen einsehen und exportieren kann, ist öffentlich nicht belegt.ohne Quellenangabe · Stand 2026-07-30

Was es wirklich kostet

Einstieg

Der Tarif Email kostet 69 US-Dollar im Monat pauschal, bei Jahreszahlung 55, und enthält unbegrenzt Nutzer sowie 50.000 E-Mails im Monat. Der Tarif Multichannel kostet 109 US-Dollar je Nutzer und Monat, bei Jahreszahlung 87.

Quelle · Stand2026-07-30

Was teuer wird

An drei Stellen. Erstens beim Kanalwechsel: LinkedIn, Anruf und SMS gibt es erst ab Multichannel, und dort zählt jeder Nutzer einzeln. Zweitens bei den Krediten: ein Kredit kostet 0,01 US-Dollar, eine verifizierte E-Mail-Adresse fünf Kredite, eine Telefonnummer zwanzig, ein Kaufsignal zwischen zwanzig und vierhundert. Wer 5.000 Telefonnummern anreichert, zahlt 1.000 US-Dollar zusätzlich. Drittens beim Vertrag: der Jahresmindestbetrag ist laut AGB nicht kündbar und nicht erstattbar, ungenutzte Kredite verfallen ersatzlos.

Was es verdrängt

  • Serienbrief-Versand aus dem persönlichen Postfach
  • Tabelle als Nachfass-Erinnerung
  • Getrennte Werkzeuge für E-Mail, LinkedIn und Anruf

Schnittstellen

  • REST-Programmierschnittstelle für Kampagnen, Kontakte und Aktivitäten
  • CSV-Export je Kampagne und je Kontaktliste, kein Sammelexport über mehrere Kampagnen
  • Webhooks für Antworten, Öffnungen und Abmeldungen
  • Anbindung an HubSpot, Salesforce und Pipedrive
  • Browser-Erweiterung für LinkedIn

Bei uns: Nicht von uns genutzt

Nicht im eigenen Betrieb eingesetzt. Die Angaben stammen aus den öffentlichen Anbieterdokumenten und aus datierter Fachpresse, nicht aus eigener Erfahrung.

Passende Methoden

Belege

  1. 1.Tarifpreise, Sendegrenzen, Kreditkosten und Enterprise-Mindestgröße · Stand 2026-07-30
  2. 2.Rechtsperson, OVH als Hoster, Aufbewahrung, nicht kündbarer Jahresmindestbetrag, Einstufung des Lead Finder als KI-System mit begrenztem Risiko · Stand 2026-07-30
  3. 3.Serverstandort in der Europäischen Union, Aufbewahrungsfristen, Standardvertragsklauseln für Übermittlungen · Stand 2026-07-30
  4. 4.Speicherung ausschließlich im Europäischen Wirtschaftsraum auf Servern in Frankreich bei OVH · Stand 2026-07-30
  5. 5.Eigener Auftragsverarbeitungsvertrag zur Unterschrift, Kundenverträge werden abgelehnt · Stand 2026-07-30
  6. 6.SOC-2-Type-2-Bericht und 57 dokumentierte Kontrollen im öffentlichen Vertrauensportal · Stand 2026-07-30

Zuletzt geprüft: 2026-07-30vonDr. Oliver Gausmann, Convios GmbH

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