Good-Better-Best-Pricing
Wann Sie diese Methode brauchen
Sie verkaufen ein einziges Paket zum Einheitspreis. Preissensible Interessenten springen ab, weil es keinen günstigen Einstieg gibt; zahlungskräftige Kunden bekommen keinen Weg, mehr auszugeben. Jede Preisdifferenzierung läuft über Einzelrabatte, intransparent, margenschädlich und ohne systematischen Upgrade-Pfad.
Vorgehen
- 1Drei Stufen schneiden: eine Einstiegsstufe mit dem Kernnutzen, eine mittlere Stufe als Standard für die Mehrheit, eine Top-Stufe mit den wertvollsten Fähigkeiten für anspruchsvolle Kunden.
- 2Die Differenzierungsmerkmale entlang echter Zahlungsbereitschaft wählen. Nicht willkürlich Features verteilen, sondern das bündeln, wofür bestimmte Segmente nachweislich mehr zahlen.
- 3Die mittlere Stufe als Anker gestalten: Sie soll für die typische Zielkundin die offensichtliche Wahl sein.
- 4Upgrade-Trigger einbauen: Nutzungsgrenzen oder Fähigkeiten, die mit wachsendem Bedarf natürlich in die nächste Stufe führen.
Typische Anwendung
Ein typischer Fall: Ein B2B-SaaS mit einem Einheitspaket beobachtet zwei wiederkehrende Muster, kleine Firmen brechen am Preis ab, größere fragen nach Funktionen wie Single Sign-on und erweiterten Rollen, die im Paket fehlen. Das Unternehmen schneidet drei Stufen: Der Einstieg deckt den Kern-Workflow ab, die mittlere Stufe ergänzt Team-Funktionen, die oberste bündelt Sicherheits- und Administrationsfähigkeiten für größere Organisationen. Die Interessenten sortieren sich künftig selbst ein, und Upgrades entstehen aus dem Wachstum der Kunden statt aus Rabattverhandlungen.
Grenzen und Gegenindikationen
Falsch geschnittene Stufen kannibalisieren: Liegt zu viel Wert im Einstieg, bleibt die Mehrheit dort. Mehr als drei bis vier Stufen erzeugen Entscheidungslähmung statt Selbstselektion. Die Architektur ersetzt keine Preismetrik, ohne mitwachsende Einheit bleibt auch ein Stufenmodell statisch.
Woran Sie Wirkung messen
Die Verteilung der Neukunden über die Stufen (Package Mix) und die Upgrade-Rate im Bestand. Ein gesundes Modell zeigt eine klare Mehrheit in der Mitte und stetige Bewegungen nach oben.
Verwandte Methoden
Quellen
- 1.Versioning Information Goods (öffnet in neuem Tab) · University of California, Berkeley (Hal R. Varian) · 1997-03-13 · Wissenschaft und FachliteraturZeigt formal, dass mehrere Versionen zu verschiedenen Preisen Kunden nach ihrer Zahlungsbereitschaft selbst sortieren, und begründet mit der Abneigung gegen Extreme, warum drei Stufen oft besser wirken als zwei.
- 2.The Good-Better-Best Approach to Pricing (öffnet in neuem Tab) · Harvard Business Review (Rafi Mohammed) · 2018-09 · Wissenschaft und FachliteraturBeschreibt die dreistufige Preisarchitektur als eigenständige Methode, mit Regeln für den Abstand der Stufen und für den Umsatzanteil der obersten Stufe.
Ursprung: Bessemer
Zuletzt geprüft: 2026-07-25 von Dr. Oliver Gausmann