GitHub
GitHub, Inc., seit 2018 im Eigentum der Microsoft Corporation ·github.com· Stand: 2026-07-30
Unser Urteil
Quellcodeverwaltung verschafft keinen Vorsprung. Kein Kunde kauft, weil der Code sauber versioniert liegt. Ohne sie gibt es aber kein Unternehmen, sondern eine Sammlung von Rechnern, auf denen jemand etwas gespeichert hat. Für die Leitfrage dieser Sammlung zählt an dieser Kategorie nicht die Funktion, sondern das Eigentum: Wer selbst baut, muss wissen, wem der Ort gehört, an dem das Gebaute liegt, und was es kostet, ihn zu verlassen. Bei GitHub ist die Antwort zweigeteilt. Der Code selbst ist nie gefangen, weil jeder Klon die vollständige Geschichte enthält. Alles daneben ist es.
Für wen es taugt
Solopreneur
geeignet
Der kostenlose Tarif trägt unbegrenzt viele private Repositorien, 2.000 Minuten für Build-Läufe und 500 MB Paketspeicher im Monat. Für eine Person ist das keine Grenze, sondern reichlich Luft.
KMU
geeignet
4 US-Dollar je Nutzer und Monat sind kalkulierbar. Die Decke ist nicht der Sitzpreis, sondern der Verbrauch: 3.000 enthaltene Minuten sind schnell aufgebraucht, sobald jeder Anstoß eine vollständige Prüfkette auslöst.
Konzern
bedingt geeignet
Die EU-Speicherung gibt es nur als getrennte Umgebung im Enterprise-Tarif auf einer eigenen Subdomain. Dort werden Nutzerkonten zentral verwaltet, öffentliche Repositorien entfallen, und einzelne Funktionen fehlen. Wer offene Projekte betreibt und zugleich in der EU speichern muss, bekommt beides nicht in einem Konto.
Kaufen, wechseln oder bauen
Standardprodukt
Die Werkstatt des Hausherstellers
Wer ohnehin in einem Ökosystem sitzt, hat die Quellcodeverwaltung meist schon bezahlt: im Atlassian-Haus die dortige Werkstatt, im Microsoft-Haus die hauseigene Entwicklungsplattform. Das ist pragmatisch, sitzt am selben Verzeichnisdienst und am selben Ticketsystem. Der Preis ist die Bewerberlage. Entwicklerinnen und Entwickler kennen die Abläufe des Marktführers, und eine Werkstatt, die außerhalb des Hauses niemand kennt, kostet bei jeder Einarbeitung Zeit. Dazu kommt, dass diese Produkte im Wettbewerb um Investitionen selten die erste Reihe belegen.
KI-nativ
Kein KI-nativer Ersatz, aber eine verschobene Last
Es gibt keine KI-native Werkstatt, die diese Kategorie ablöst, und es ist auch keine zu erwarten, denn die Aufgabe ist Versionierung und Regelwerk. Was sich ändert, ist die Last. Die Assistenten und Agenten setzen auf dem Repositorium auf und liefern ihre Arbeit als Änderungsanfrage ab, also erzeugen Maschinen mehr Änderungen, als Menschen prüfen können. Der Engpass wandert vom Schreiben zum Prüfen. Das ist keine Anbieterfrage, sondern eine Frage der Regeln in der Werkstatt: verpflichtende Prüfung, automatische Prüfketten, Herkunftsnachweis für maschinell erzeugte Änderungen.
Eigenbau
Eigene Werkstatt betreiben
Eine Werkstatt selbst zu betreiben ist möglich und nicht exotisch. Die schlanken quelloffenen Vertreter laufen auf einem kleinen Server, die schwerere quelloffene Alternative bringt Prüfketten und Sicherheitsprüfungen gleich mit. Die Lizenz kostet nichts, der Betrieb schon: Sicherung, Verfügbarkeit, Aktualisierung, Anbindung an den Verzeichnisdienst, Bereitschaft. Der Weg trägt bei harten Souveränitätsauflagen und in Häusern, die ohnehin Server betreiben. Was nicht trägt, ist der Rückfall auf Git über SSH ohne Oberfläche: Dann verliert man Prüfung, Vorgänge und Build-Läufe, also genau das, wofür man die Werkstatt hat.
Unser Rat
- Solopreneur: Kostenloser Tarif. Alles andere ist Beschäftigung mit sich selbst.
- KMU: Kaufen. Vor dem Copilot-Rollout die Tarifwahl als Datenschutzentscheidung behandeln, nicht als Preisfrage.
- Konzern: Kaufen, aber die EU-Residenz vorher durchrechnen, samt der Funktionen, die dort fehlen.
Wer dahinter steht
Tragfähigkeit: Etabliert
Nicht der Anbieter trägt, sondern der Eigentümer. GitHub gehört seit 2018 zu Microsoft und wird seit dem Rückzug des Vorstandsvorsitzenden Ende 2025 nicht mehr als eigenständiges Unternehmen mit eigener Spitze geführt. Eigene Zahlen zu Umsatz oder Ergebnis veröffentlicht GitHub nicht. Das ist eine sehr belastbare Lage und zugleich eine, in der man die Richtung des Produkts nicht am Anbieter abliest, sondern an der Konzernstrategie.
- Eigentum: Microsoft, Kauf für 7,5 Mrd. US-Dollar in Aktien, angekündigt am 04.06.2018, abgeschlossen am 26.10.2018 · Quelle · Stand 2026-07-30
- Führung: Der Vorstandsvorsitzende Thomas Dohmke kündigte im August 2025 seinen Rückzug zum Jahresende an; ein Nachfolger wurde nicht benannt, die Führung berichtet in Microsofts CoreAI-Bereich · Quelle · Stand 2026-07-30
- Eigene Geschäftszahlen: nicht veröffentlicht; GitHub geht in der Berichterstattung des Mutterkonzerns auf · ohne Quellenangabe · Stand 2026-07-30
- Pflege der Unterauftragnehmerliste: öffentliche Liste mit 25 benannten Dritten und 7 Konzerngesellschaften; neue Einträge werden mindestens 30 Tage vor der Freigabe veröffentlicht · Quelle · Stand 2026-07-30
- EU-Datenresidenz: allgemein verfügbar seit dem 29.10.2024, zuerst für die EU, später für die USA, Australien und Japan · Quelle · Stand 2026-07-30
Ausstiegskosten: Mittel
Der Code ist nie gefangen. Git ist verteilt, jeder Klon enthält die vollständige Geschichte, und der Wechsel des Ortes kostet einen Befehl. Gefangen ist das Drumherum: Vorgänge, Änderungsanfragen samt Prüfkommentaren, Build-Läufe, Pakete und die angebundenen Apps. Dafür gibt es eine Schnittstelle und ein Umzugswerkzeug, aber kein Format, das ein anderer Anbieter einliest. Schwerer wiegt der zweite Punkt: Die Serversoftware ist nicht quelloffen. Eine selbst betreibbare Fassung existiert, sie ist aber ein lizenzpflichtiges proprietäres Produkt desselben Herstellers. Vom betreuten Betrieb in den Eigenbetrieb zu wechseln heißt hier, beim selben Anbieter zu bleiben.
Regulatorik und Daten
| Auftragsverarbeitung | vorhanden, als eigenes Dokument für Unternehmenskunden; Unterauftragnehmer werden ausdrücklich darauf verpflichtetDie Unterauftragnehmer-Seite sagt zu, dass jeder Dritte, an den personenbezogene Daten gehen, eine schriftliche Vereinbarung geschlossen hat, die nicht schwächer schützt als die Auftragsverarbeitung des Anbieters selbst. Das Dokument liegt öffentlich vor, ist für Selbstbucher aber nicht gesondert zu unterschreiben.Quelle · Stand 2026-07-30 |
|---|---|
| Speicherort | standardmäßig USA; EU-Speicherung nur im Enterprise-Tarif als getrennte Umgebung auf einer eigenen Subdomain von ghe.comDie Residenz-Variante ist kein Schalter im bestehenden Konto, sondern ein Umzug. Nutzerkonten werden dort zentral verwaltet, öffentliche Repositorien gibt es nicht, und einzelne Funktionen fehlen. Neben der EU stehen Australien, die USA und Japan zur Wahl, weitere Regionen sind angekündigt.Quelle · Stand 2026-07-30 |
| Subunternehmer | öffentliche Liste mit 25 benannten Dritten und 7 Konzerngesellschaften, je Eintrag mit Zweck und LandAuffällig für diese Sammlung: Unter den Dritten stehen mehrere Modellanbieter, darunter Anthropic und OpenAI, jeweils mit Sitz in den USA. Ein Änderungsdatum trägt die Seite nicht, wohl aber die Zusage einer Vorabveröffentlichung von 30 Tagen.Quelle · Stand 2026-07-30 |
| Drittlandübermittlung | Verarbeitung ganz überwiegend in den USA; die tragende Übermittlungsgrundlage haben wir auf den geprüften Seiten nicht belegt gefundenDie Unterauftragnehmer-Liste weist die USA als Land für nahezu alle Dritten aus. Ob sich der Anbieter auf den EU-US-Datenschutzrahmen, auf Standardvertragsklauseln oder auf beides stützt, steht im Vertragsdokument und war in dieser Prüfung nicht einsehbar. Das gehört vor der Unterschrift geklärt, gerade im Vergleich zum Wettbewerber, der beide Grundlagen offen benennt.Quelle · Stand 2026-07-30 |
| Training mit Kundendaten | für Copilot Business und Enterprise ausgeschlossen; für die persönlichen Tarife Free, Pro und Pro+ ab dem 24.04.2026 der Regelfall, mit WiderspruchsmöglichkeitDer Anbieter hat die Datenschutzerklärung am 25.03.2026 geändert. Seither wird die Interaktion aus den persönlichen Tarifen für das Training verwendet, sofern man nicht widerspricht: Eingaben, Ausgaben, Codeausschnitte und der mitgelieferte Kontext. Inhalte privater Repositorien im Ruhezustand sind ausgenommen, der Kontext aus der Arbeit darin nicht. Für ein Team heißt das: Die Tarifwahl ist hier eine Datenschutzentscheidung und nicht nur eine Preisentscheidung. Wer die Arbeit mit persönlichen Konten machen lässt, hat den Widerspruch nicht in der Hand.Quelle · Stand 2026-07-30 |
| Aufbewahrung und Löschung | Prüfprotokoll 180 Tage einsehbar, Git-Ereignisse 7 Tage; Fristen für Repositorieninhalte nach Vertragsende nicht öffentlich beziffertDie 180 Tage sind keine Aufbewahrungszusage, sondern das Fenster, in dem man selbst nachsehen kann. Wer länger belegen muss, muss die Ereignisse laufend in ein eigenes System leiten. Was nach Vertragsende mit den Inhalten geschieht, ist auf den geprüften Dokumentationsseiten nicht beziffert.Quelle · Stand 2026-07-30 |
| Zertifikate | der Anbieter nennt öffentlich ISO, SOC 2 und DSGVO, ohne Norm-Fassung und ohne Geltungsbereich; die Berichte liegen im Trust Center hinter einer AnfrageAuf der öffentlichen Sicherheitsseite steht die Aufzählung ohne Angabe, welche Norm in welcher Fassung für welchen Dienst gilt. Wer den Umfang kennen muss, muss die Berichte anfordern. Das ist schwächer dokumentiert als beim Wettbewerber, der Norm, Fassung und Geltungsbereich öffentlich benennt.Quelle · Stand 2026-07-30 |
| EU-KI-Verordnung, Artikel 50 | unklarMit Copilot enthält das System ein KI-System im Sinne der Verordnung, also greifen die Transparenzpflichten aus Artikel 50 ab August 2026. Eine ausdrückliche Aussage des Anbieters dazu haben wir auf den geprüften Sicherheits-, Datenschutz- und Änderungsseiten nicht gefunden. Die Änderung der Datenschutzerklärung vom 25.03.2026 behandelt die Trainingsfrage, nicht die Kennzeichnungspflicht.ohne Quellenangabe · Stand 2026-07-30 |
| Protokollierung | Prüfprotokoll im Enterprise-Tarif, 180 Tage einsehbar, Weiterleitung an eigene Systeme möglichWer länger aufbewahren muss, leitet den Strom in ein eigenes System. Der Puffer bei unterbrochener Weiterleitung hält sieben Tage. Wer länger pausiert, verliert den Zeitraum davor; nach drei Wochen beginnt der Strom bei der Gegenwart neu.Quelle · Stand 2026-07-30 |
Was es wirklich kostet
Einstieg
Kostenlos mit unbegrenzt vielen privaten Repositorien, 2.000 Minuten für Build-Läufe und 500 MB Paketspeicher im Monat. Der Team-Tarif kostet 4 US-Dollar je Nutzer und Monat und enthält 3.000 Minuten und 2 GB Paketspeicher, der Enterprise-Tarif ab 21 US-Dollar mit 50.000 Minuten und 50 GB. Die Preisseite weist die beiden Sätze derzeit als Preise für die ersten zwölf Monate aus.
Quelle · Stand2026-07-30
Was teuer wird
Nicht beim Sitzpreis, sondern an drei Stellen. Erstens der Verbrauch: Über die enthaltenen Minuten hinaus wird jeder Build-Lauf abgerechnet, und größere Läufer kosten ein Vielfaches der Standardmaschine. Zweitens die Zusatzprodukte: Codesicherheit und Copilot sind eigene Posten je Sitz, die den Sitzpreis leicht verdoppeln bis verdreifachen. Drittens die Regulatorik: Wer in der EU speichern will, muss in den Enterprise-Tarif, und dort verliert man öffentliche Repositorien und einzelne Funktionen. Das ist kein Preisaufschlag, das ist ein Umzug mit eigenem Projektaufwand.
Was es verdrängt
- Zentraler Versionsserver mit Sperrmodell
- Codeweitergabe über Archive und Netzlaufwerke
- Getrennte Werkzeuge für Vorgang, Prüfung und Auslieferung
- Selbst betriebener Build-Server neben dem Versionsserver
Schnittstellen
- REST- und GraphQL-Schnittstelle
- Webhooks auf jedes Ereignis im Repositorium
- Build- und Ausliefer-Läufe im selben System
- Anmeldung über SAML und Kontenpflege über SCIM
- Umzugswerkzeug für ganze Organisationen
Bei uns: Von uns erprobt
Die Quellstände der eigenen Seiten liegen bei GitHub, im kostenlosen Tarif und in wenigen privaten Repositorien. Als Einsatz weisen wir das bewusst nicht aus, weil es der Ablageort für den Code ist und keine Entscheidung für die Plattform. Was dieses Profil an Fragen des Enterprise-Tarifs prüft, also EU-Speicherung, Prüfprotokoll, zentrale Kontenpflege und die Copilot-Tarife, kennen wir nicht aus eigenem Betrieb. Dort stützt sich die Einordnung auf öffentlich abrufbare Anbieterseiten und Dokumentation.
Alternativen
Belege
- 1.Tarife, Preise je Nutzer, enthaltene Minuten für Build-Läufe und Paketspeicher · Stand 2026-07-30
- 2.25 benannte Dritte und 7 Konzerngesellschaften, Vorlauf von 30 Tagen, Bindung an das Schutzniveau der Auftragsverarbeitung · Stand 2026-07-30
- 3.EU-Speicherung nur im Enterprise-Tarif auf ghe.com, zentral verwaltete Nutzerkonten, keine öffentlichen Repositorien · Stand 2026-07-30
- 4.Allgemeine Verfügbarkeit der EU-Datenresidenz am 29.10.2024 · Stand 2026-07-30
- 5.Nutzung der Interaktionsdaten aus den persönlichen Copilot-Tarifen für das Training ab dem 24.04.2026, mit Widerspruch · Stand 2026-07-30
- 6.Prüfprotokoll 180 Tage, Git-Ereignisse 7 Tage, Weiterleitung mit Puffer von sieben Tagen · Stand 2026-07-30
- 7.Kauf durch Microsoft für 7,5 Mrd. US-Dollar in Aktien, angekündigt am 04.06.2018 · Stand 2026-07-30
- 8.Rückzug des Vorstandsvorsitzenden zum Ende 2025, kein benannter Nachfolger · Stand 2026-07-30
Zuletzt geprüft: 2026-07-30vonDr. Oliver Gausmann, Convios GmbH
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