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Annual-Renewal-Fee

Eine jährliche Verlängerungsgebühr zusätzlich zum laufenden Preis, fällig erst ab Monat 13: Sie lässt den beworbenen Einstiegspreis unangetastet. Die Front-End-Conversion bleibt geschützt und zieht bei loyalen Bestandskunden zusätzliche Marge.

Wann Sie diese Methode brauchen

Sie möchten die Monetarisierung verbessern, aber jede Erhöhung des Einstiegspreises drückt messbar die Neukunden-Conversion. Gleichzeitig liegt im loyalen Bestand ungenutztes Potenzial: Kunden, die seit über einem Jahr bleiben, erhalten laufend Wert, ohne dass sich das im Preis widerspiegelt. Gesucht ist ein Hebel, der Marge hebt, ohne das Front-End zu belasten.

Vorgehen

  1. 1Eine jährliche Gebühr definieren, als Größenordnung etwa im Bereich von ein bis drei Monatspreisen. Die erst nach zwölf Monaten Laufzeit erstmals fällig wird.
  2. 2Die Gebühr sauber begründen und benennen (etwa als Plattform- oder Renewal-Fee) und im Vertrag von Anfang an transparent ausweisen.
  3. 3Das Billing so aufsetzen, dass die Gebühr getrennt vom laufenden Umsatz erfasst wird. Sie ist ein Margen-, kein MRR-Baustein.
  4. 4Die Wirkung auf Kündigungen zum Jahrestag beobachten und Höhe oder Kommunikation nachjustieren.

Typische Anwendung

Ein typischer Fall: Ein B2B-SaaS im unteren Preissegment lebt von einem bewusst niedrigen, stark beworbenen Einstiegspreis. Jede getestete Preiserhöhung hat die Anmelderate spürbar gedrückt. Statt am Einstieg zu drehen, führt das Unternehmen eine im Vertrag ausgewiesene jährliche Plattformgebühr ein, die erstmals im zweiten Vertragsjahr fällig wird. Neukunden entscheiden weiter über denselben niedrigen Monatspreis; die Gebühr greift nur bei Kunden, die den Wert des Produkts bereits ein Jahr lang erlebt haben. Die Marge im Bestand steigt, ohne dass die Neukunden-Conversion leidet.

Grenzen und Gegenindikationen

Die Gebühr muss von Anfang an transparent im Vertrag stehen, als Überraschung im Monat 13 beschädigt sie Vertrauen und provoziert Kündigungen zum Jahrestag. Im Enterprise-Geschäft mit verhandelten Jahresverträgen ist das Konstrukt unüblich und wird im Einkauf wegverhandelt. Der Hebel stammt aus dem Subscription-/SMB-Umfeld; ob er zur eigenen Kundenbeziehung passt, ist eine Positionierungsfrage, nicht nur eine rechnerische.

Woran Sie Wirkung messen

Zusatzmarge aus der Gebühr im Verhältnis zur Veränderung der Kündigungsrate rund um den Jahrestag. Bleibt die Kündigungsrate stabil, arbeitet der Hebel nahezu kostenfrei.

Verwandte Methoden

Quellen

  1. 1.Shrouded Attributes, Consumer Myopia, and Information Suppression in Competitive Markets (öffnet in neuem Tab) · NBER Working Paper 11755, später Quarterly Journal of Economics 121(2) (Xavier Gabaix, David Laibson) · 2005-11 · Wissenschaft und FachliteraturErklärt, warum Anbieter den sichtbaren Grundpreis niedrig halten und die Marge in spätere Zusatzgebühren verlagern können, weil ein Teil der Käufer diese Gebühren beim Kauf nicht einrechnet.
  2. 2.A Disneyland Dilemma: Two-Part Tariffs for a Mickey Mouse Monopoly (öffnet in neuem Tab) · Quarterly Journal of Economics 85(1), 77-96 (Walter Y. Oi) · 1971-02 · Wissenschaft und FachliteraturGrundlegende Arbeit zum zweiteiligen Tarif, in dem eine feste Gebühr für das Recht zu kaufen neben dem laufenden Preis steht, also genau die Struktur, auf der eine Verlängerungsgebühr aufsetzt.
  3. 3.Learn Email Marketing in 39 Minutes (öffnet in neuem Tab) · Alex Hormozi, YouTube · o. J. · PraxisquelleUrsprung der konkreten Ausgestaltung mit einer jährlichen Verlängerungsgebühr ab dem dreizehnten Monat zum Schutz der Abschlussquote am Anfang.

Ursprung: Hormozi · Adaptiert aus: Alex Hormozi ($100M Offers/$100M Leads, YouTube-Langform)

Zuletzt geprüft: 2026-07-25 von Dr. Oliver Gausmann

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