PflichtausrüstungBausteinKI-nativ

Langfuse

Langfuse GmbH, Berlin (seit 16.01.2026 im Eigentum von ClickHouse, Inc.) ·langfuse.com· Stand: 2026-07-30

Wer Sprachmodelle in ein Produkt einbaut, sieht ohne Mitschrift nicht, was das Modell gefragt wurde, was es geantwortet hat, was der Aufruf gekostet hat und ob eine Änderung am Prompt die Qualität gehoben oder gesenkt hat. Langfuse schreibt jeden Modellaufruf mit, verwaltet Prompt-Versionen und lässt Antworten gegen feste Testfälle bewerten.

Unser Urteil

Wer Modellaufrufe nicht mitschreibt, kann Fehler nicht nachvollziehen, Qualität nicht belegen und Kosten nicht zuordnen. Das ist ein Rückfall, den man verhindert, kein Vorsprung, den man aufbaut. Die Plattform selbst ist austauschbar geworden, mehrere Anbieter liefern denselben Funktionsumfang. Was über die Zeit wertvoll wird, sind die eigenen Testfälle und Bewertungsläufe, und die gehören dem Betreiber, nicht dem Werkzeug. Sie lassen sich exportieren und mitnehmen. Deshalb Pflichtausrüstung und nicht Vorsprung.

Für wen es taugt

Solopreneur

geeignet

Der kostenlose Tarif deckt 50.000 Einheiten im Monat und zwei Zugänge ab, die Aufbewahrung endet nach 30 Tagen. Für eine einzelne Anwendung in der Erprobung reicht das, und der MIT-lizenzierte Kern lässt sich zusätzlich ohne Gebühr selbst betreiben.

KMU

geeignet

29 USD im Monat mit unbegrenzten Zugängen und 90 Tagen Aufbewahrung passt zu einem Team, das ein oder zwei KI-Funktionen im Betrieb hat. Unbekannt bleibt der Verbrauch, weil jeder protokollierte Vorgang zählt und mehrstufige Abläufe viele Vorgänge je Anfrage erzeugen.

Konzern

bedingt geeignet

Bedingt, weil genau die Pflichtteile teuer liegen. Anmeldung über den Firmenverzeichnisdienst und feingranulare Rollen kosten 300 USD im Monat zusätzlich, revisionsfeste Protokolle und die Nutzerbereitstellung über SCIM gibt es erst im Tarif für 2.499 USD im Monat. Beim Selbstbetrieb hängen dieselben Funktionen an einem kostenpflichtigen Lizenzschlüssel, dessen Preis nicht öffentlich ist.

Kaufen, wechseln oder bauen

Standardprodukt

Modellaufrufe in die vorhandene Betriebsüberwachung schreiben

Wer bereits eine Überwachungsplattform betreibt, kann Modellaufrufe als gewöhnliche Ablaufverfolgung dort ablegen. Das spart eine zusätzliche Beschaffung, die Zugriffsrechte sind geregelt und der Speicherort ist geklärt. Es fehlt jedoch jede Semantik für Eingabe, Ausgabe, Prompt-Version und Bewertung. Man sieht, dass ein Aufruf langsam oder teuer war, aber nicht, ob die Antwort brauchbar war. Genau diese Frage ist bei KI-Funktionen die entscheidende.

KI-nativ

Eine der konkurrierenden KI-nativen Plattformen

Die Kategorie ist als Ganzes KI-nativ, Langfuse gehört selbst dazu. Der Unterschied zwischen den Anbietern liegt kaum noch im Funktionsumfang, sondern in der Lizenz, im Speicherort und in der Frage, wer den Anbieter besitzt. Langfuse setzt sich hier über den MIT-lizenzierten Kern und die wählbare EU-Region ab. Wer stattdessen eine geschlossene Plattform nimmt, verzichtet auf genau diesen Ausweg und ist auf die Ausleitungsschnittstelle des Anbieters angewiesen.

Eigenbau

Ablaufverfolgung in die eigene Datenbank

Die Aufnahmestrecke ist überschaubar: standardisierte Ablaufverfolgung nach OpenTelemetry in eine eigene Datenbank, dazu eine schlichte Ansicht. Das trägt, solange nur Entwickler hineinschauen. Es bricht an den Teilen, die den eigentlichen Aufwand ausmachen, nämlich Bewertungsläufe gegen feste Testfälle, Prompt-Versionen mit Freigabe und eine Oberfläche, in der Fachleute ohne Programmierkenntnisse Antworten beurteilen. Diese Schicht selbst zu bauen kostet dauerhaft mehr, als sie einbringt.

Unser Rat

  • Solopreneur: Kostenloser Tarif oder Selbstbetrieb, beides trägt.
  • KMU: Kaufen, EU-Region wählen, den Verbrauch nach vier Wochen nachrechnen.
  • Konzern: Kaufen oder selbst betreiben, aber vorher klären, was die Protokollierungspflicht kostet und wer der Vertragspartner ist.

Wer dahinter steht

Tragfähigkeit: Finanziert

Der Rechtsträger ist deutsch, die Kontrolle ist es seit Januar 2026 nicht mehr. Getragen wird der Betrieb heute von einem stark finanzierten Käufer, nicht von einem über Jahre selbsttragenden Anbieter. Der MIT-lizenzierte Kern senkt das Risiko spürbar, weil ein Weiterbetrieb auch ohne den Anbieter möglich bleibt.

  • Eigentümerwechsel: Übernahme durch ClickHouse, Inc., bekanntgegeben am 16.01.2026; Kaufpreis nicht veröffentlicht · Quelle · Stand 2026-07-30
  • Finanzierung des Eigentümers: 400 Mio. USD Serie D unter Führung von Dragoneer, am selben Tag bekanntgegeben · Quelle · Stand 2026-07-30
  • Rechtsträger und Register: Langfuse GmbH, Oranienburgerstraße 91, 10178 Berlin, Amtsgericht Charlottenburg HRB 248821B, Geschäftsführer Aaron Katz und Clemens Rawert · Quelle · Stand 2026-07-30
  • Verbreitung: über 32.000 GitHub-Sterne, über 6 Mio. Docker-Abrufe, über 50 Mio. SDK-Installationen im Monat, im Einsatz bei 21 der Fortune 50 und 129 der Fortune 500 · Quelle · Stand 2026-07-30
  • Zertifizierung: SOC 2 Type II und ISO 27001, jährliche Prüfung, jährliche unabhängige Penetrationstests · Quelle · Stand 2026-07-30
  • Lizenz des Kerns: MIT, laut Käufer ausdrücklich auch nach der Übernahme, Selbstbetrieb im Produktivmaßstab erlaubt · Quelle · Stand 2026-07-30

Ausstiegskosten: Gering

Drei Wege führen hinaus, und sie sind alle offen. Der Kern steht unter MIT-Lizenz und lässt sich selbst betreiben. Ablaufverfolgungen, Beobachtungen und Bewertungen lassen sich planmäßig nach S3, Google Cloud Storage oder Azure Blob Storage schreiben, in Parquet, CSV, JSON oder JSONL, im Takt von 20 Minuten bis wöchentlich. Dazu kommen Ausleitungen aus der Oberfläche und eine öffentliche Schnittstelle. Eine Einschränkung bleibt: revisionsfeste Protokolle, Maskierung bei der Aufnahme, Aufbewahrungsrichtlinien und projektbezogene Rollen sind nicht Teil des MIT-Kerns. Wer sich darauf stützt, kann nicht einfach auf den freien Selbstbetrieb ausweichen.

Regulatorik und Daten

Auftragsverarbeitungja, Auftragsverarbeitungsvertrag des Eigentümers ClickHouse, Fassung vom 10.04.2026, wird Bestandteil der VereinbarungDie frühere Langfuse-Adresse für den Vertrag leitet inzwischen auf das Dokument von ClickHouse um. Die EU-Standardvertragsklauseln sind darin einbezogen und gelten mit dem Vertrag als abgeschlossen.Quelle · Stand 2026-07-30
SpeicherortEU-Region Irland auf AWS eu-west-1 unter cloud.langfuse.com, wählbar bei der AnmeldungWeitere Regionen sind die USA in Oregon, Japan in Tokio und eine gesonderte Region für Gesundheitsdaten. Daten, Konten und Infrastruktur sind zwischen den Regionen vollständig getrennt. Ein Wechsel ist nicht eingebaut, er verlangt ein neues Konto und eine eigene Datenumzugsstrecke.Quelle · Stand 2026-07-30
Subunternehmervollständige Liste öffentlich, Stand 10.04.2026Genannt sind AWS als Betreiber der vom Kunden gewählten Region, dazu für Betreuung und Betriebsabläufe Salesforce mit Slack, Pylon Labs, Google Workspace, Waypoint Tech, GitHub und kapa.ai, alle in den USA, sowie neun Konzerngesellschaften von ClickHouse in acht Ländern.Quelle · Stand 2026-07-30
Drittlandübermittlungja, Übermittlung in die USA findet statt, abgesichert über die EU-StandardvertragsklauselnDie eigentlichen Nutzdaten bleiben in der gewählten Region. Sämtliche Betreuungs- und Verwaltungsdienste sitzen dagegen in den USA. Zusätzlich zu beachten: Vertragspartner ist bei nutzungsabhängiger Abrechnung laut Bedingungen die Langfuse GmbH, in allen anderen Fällen ClickHouse. Als anwendbares Recht nennen die Bedingungen einheitlich das Recht des US-Bundesstaates Delaware, ohne Ausnahme für Kunden aus der EU.Quelle · Stand 2026-07-30
Training mit Kundendatennein, ausdrücklich ausgeschlossenDer Anbieter erklärt in den Datenschutzfragen, dass er auf Kundendaten keine ML- oder LLM-Modelle trainiert oder nachtrainiert. Bewertungen durch ein Modell laufen über die Modellzugänge des Kunden, es kommt also kein weiterer Modellanbieter des Werkzeugs ins Spiel.Quelle · Stand 2026-07-30
Aufbewahrung und Löschungje Projekt einstellbar von mindestens 3 Tagen bis unbegrenzt, nächtliche Löschung; Obergrenze durch den Tarif: 30 Tage kostenlos, 90 Tage im Tarif für 29 USD, 3 Jahre ab 199 USDLöschung einzelner Ablaufverfolgungen, ganzer Projekte oder der gesamten Organisation ist über Oberfläche und Schnittstelle möglich. Die Aufbewahrungsrichtlinie selbst gehört im Selbstbetrieb zu den lizenzpflichtigen Funktionen.Quelle · Stand 2026-07-30
ZertifikateSOC 2 Type II und ISO 27001 für Langfuse Cloud, jährlich geprüft, dazu jährliche unabhängige Penetrationstests und laufende SchwachstellenprüfungAuf welcher Tarifstufe Bericht und Zertifikat tatsächlich herausgegeben werden, geht aus den öffentlichen Seiten nicht eindeutig hervor. Das gehört vor der Unterschrift geklärt.Quelle · Stand 2026-07-30
EU-KI-Verordnung, Artikel 50unklarWeder die Sicherheitsseite noch die Fragen zur Regelkonformität äußern sich zur KI-Verordnung der EU. Das Werkzeug ist auch kein Modellanbieter, sondern schreibt fremde Modellaufrufe mit. Es kann deshalb helfen, eigene Nachweispflichten zu erfüllen, trägt aber keine erkennbare eigene Zusage dazu. Nachfragen und schriftlich festhalten.ohne Quellenangabe · Stand 2026-07-30
Protokollierungrevisionsfeste Protokolle erst im Tarif für 2.499 USD im Monat, im Selbstbetrieb nur mit kostenpflichtigem LizenzschlüsselDie Preisseite führt Protokolle und SCIM ausschließlich beim höchsten Tarif. Im Selbstbetrieb stehen dieselben Funktionen hinter dem Unternehmenslizenzschlüssel, dessen Preis nicht veröffentlicht ist und der laut Anbieterseite an einen ClickHouse-Vertrag gekoppelt ist.Quelle · Stand 2026-07-30

Was es wirklich kostet

Einstieg

Kostenlos für 50.000 Einheiten im Monat, zwei Zugänge und 30 Tage Aufbewahrung. Der erste bezahlte Tarif kostet 29 USD im Monat, enthält 100.000 Einheiten, unbegrenzte Zugänge und 90 Tage Aufbewahrung. Der MIT-lizenzierte Kern lässt sich alternativ ohne Gebühr selbst betreiben.

Quelle · Stand2026-07-30

Was teuer wird

An zwei Stellen. Erstens am Verbrauch: über dem Freikontingent kosten weitere 100.000 Einheiten 8 USD, mit Mengenstaffel bis herunter auf 6 USD. Ein Ablauf mit vielen Zwischenschritten je Anfrage erzeugt ein Vielfaches der erwarteten Einheiten, und das rechnet vorher niemand. Zweitens an den Governance-Funktionen: Anmeldung über den Firmenverzeichnisdienst und Rollen kosten 300 USD im Monat zusätzlich, revisionsfeste Protokolle und SCIM springen von 199 auf 2.499 USD im Monat. Wer diese Funktionen erst wegen einer Prüfung braucht, zahlt den Sprung mitten im Jahr.

Was es verdrängt

  • Modellaufrufe ohne Mitschrift
  • Prompt-Versionen fest im Programmcode
  • Bewertungsläufe in der Tabellenkalkulation

Schnittstellen

  • Aufnahme über OpenTelemetry
  • SDKs für Python und JavaScript oder TypeScript
  • Öffentliche REST-Schnittstelle
  • Planmäßiger Export nach S3, Google Cloud Storage oder Azure Blob Storage in Parquet, CSV, JSON oder JSONL
  • Ausleitung aus der Oberfläche als CSV, JSON oder JSONL

Bei uns: Nicht von uns genutzt

Nicht im eigenen Betrieb. Die Einschätzung stützt sich auf die öffentlichen Unterlagen des Anbieters und des Eigentümers, nicht auf eigene Betriebserfahrung.

Passende Methoden

Belege

  1. 1.Tarife, enthaltene Einheiten, Aufbewahrungsdauer, Überverbrauchsstaffel, Zusatzpaket und Protokollierung nur im höchsten Tarif · Stand 2026-07-30
  2. 2.Zertifizierungen, Verschlüsselung, Penetrationstests, verfügbare Regionen · Stand 2026-07-30
  3. 3.EU-Region Irland auf AWS eu-west-1, vollständige Trennung der Regionen, Wechsel nur über Neuanlage und eigene Datenumzugsstrecke · Stand 2026-07-30
  4. 4.Kein Training auf Kundendaten, Aufbewahrung je Projekt einstellbar, Auftragsverarbeitungsvertrag verfügbar · Stand 2026-07-30
  5. 5.Auftragsverarbeitungsvertrag mit einbezogenen EU-Standardvertragsklauseln, Fassung vom 10.04.2026 · Stand 2026-07-30
  6. 6.Vollständige Liste der Unterauftragnehmer und Konzerngesellschaften, Stand 10.04.2026 · Stand 2026-07-30
  7. 7.Vertragspartner ist bei nutzungsabhängiger Abrechnung die Langfuse GmbH, anwendbares Recht ist Delaware · Stand 2026-07-30
  8. 8.Übernahme durch ClickHouse am 16.01.2026, Zusage zur Fortführung unter MIT-Lizenz und zum Selbstbetrieb · Stand 2026-07-30
  9. 9.Rechtsträger Langfuse GmbH, Amtsgericht Charlottenburg HRB 248821B, Geschäftsführer Aaron Katz und Clemens Rawert · Stand 2026-07-30
  10. 10.MIT-Kern ohne Grenzen, lizenzpflichtig sind Protokolle, Maskierung, Aufbewahrungsrichtlinien, projektbezogene Rollen und SCIM · Stand 2026-07-30
  11. 11.Planmäßiger Export von Ablaufverfolgungen, Beobachtungen und Bewertungen in Parquet, CSV, JSON oder JSONL · Stand 2026-07-30
  12. 12.Verbreitungszahlen des Anbieters: GitHub-Sterne, Docker-Abrufe, SDK-Installationen im Monat, Einsatz in Fortune-50- und Fortune-500-Unternehmen · Stand 2026-07-30

Zuletzt geprüft: 2026-07-30vonDr. Oliver Gausmann, Convios GmbH

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