Effizienz im EinzelfallBauwerkzeugEtabliert, KI nachgerüstet

Clay

Clay Labs Inc ·www.clay.com· Stand: 2026-07-30

Eine Liste von Firmen oder Personen enthält selten die Merkmale, an denen man entscheidet, wen man anspricht. Clay ist die Werkbank, auf der man diese Merkmale zusammenträgt, aus mehreren Datenquellen nacheinander abfragt und die eigene Bewertungslogik darauf legt.

Unser Urteil

Anreicherung und Signalverarbeitung sind für ein Vertriebsteam, das gezielt ansprechen will, keine Kür mehr. Wer sie nicht hat, arbeitet Listen ab, deren Auswahlkriterien niemand mehr erklären kann. Zum Vorsprung reicht es trotzdem nicht: Clay verkauft dieselbe Werkbank und denselben Datenmarktplatz an alle, jeder Wettbewerber kann dieselben Anbieter in derselben Reihenfolge abfragen. Was unterscheidet, ist das Urteil darüber, welche Merkmale überhaupt zählen, und dieses Urteil liegt im Kopf des Betreibers und in den eigenen Kundendaten, nicht im Werkzeug. Effizienz im Einzelfall wäre zu klein gegriffen, denn hier hängt nicht eine Aufgabe dran, sondern die gesamte Vorstufe der Ansprache.

Für wen es taugt

Solopreneur

bedingt geeignet

Der kostenlose Tarif mit 500 Aktionen und 100 Datenkrediten im Monat reicht zum Ausprobieren, nicht zum Arbeiten. Der erste tragfähige Tarif kostet 167 USD im Monat, dazu kommt die Zeit, die das Bauen der Logik frisst. Wer allein verkauft, kauft sich hier vor allem Arbeit.

KMU

geeignet

Das ist die Gruppe, für die das Werkzeug gebaut ist. Plätze und Tabellen sind unbegrenzt, eine Person kann die Logik pflegen und das ganze Team liest daraus. Voraussetzung ist, dass jemand die Verbrauchsmechanik im Blick behält.

Konzern

bedingt geeignet

Einmalanmeldung ist im Growth-Tarif nur als Zusatz zu haben, der Speicherort der Daten ist öffentlich nicht dokumentiert und zur Protokollierung von Zugriffen gibt es keine öffentliche Zusage. Für eine Konzernprüfung heißt das: Enterprise-Vertrag oder gar nicht.

Kaufen, wechseln oder bauen

Standardprodukt

Datenanbieter mit fertigen Filtern kaufen

Man abonniert eine Datenbank und filtert darin nach Branche, Größe und Rolle. Der Start ist schneller, die Rechnung ist ein fester Jahresbetrag ohne Verbrauchsüberraschung. Bezahlt wird das mit der Auswahl: man kann nur nach dem sortieren, was der Anbieter führt, und der Wettbewerb kauft dieselbe Datenbank und filtert genauso. Deckungslücken bemerkt man erst, wenn die Antwortquoten fallen.

KI-nativ

Agent recherchiert und qualifiziert selbst

Eine neue Klasse von Werkzeugen nimmt das Zielbild entgegen und liefert recherchierte, bewertete Kontakte zurück, ohne dass jemand Spalten baut. Das spart genau die Arbeit, die Clay verlangt. Der Preis dafür ist, dass die Kriterien im Werkzeug verschwinden: wenn niemand mehr sagen kann, warum eine Firma auf der Liste steht, lässt sich auch nicht nachsteuern, wenn die Liste nicht mehr trifft.

Eigenbau

Eigenes Register mit direkten Anbieter-Schnittstellen

Ein Skript ruft die Schnittstellen der Datenanbieter direkt auf und schreibt in eine eigene Datenbank, die Bewertung liegt in Programmcode und ist versioniert. Das lohnt sich, wenn die Kriterien stabil sind, das Volumen groß ist und die Daten ohnehin an anderer Stelle im Unternehmen gebraucht werden. Es bricht dort, wo die Kriterien sich wöchentlich ändern, denn dann wartet der Vertrieb auf die Entwicklung.

Unser Rat

  • Solopreneur: Kostenlos ausprobieren, aber die Zeit für den Aufbau ehrlich rechnen.
  • KMU: Kaufen, eine Person verantwortlich machen und den Verbrauch monatlich ansehen.
  • Konzern: Nur mit Enterprise-Vertrag, vorher Speicherort und Protokollierung schriftlich klären.

Wem das Gebaute gehört

an die Plattform gebunden · nur bedingt portierbar

Für hochgeladene Daten erhebt der Anbieter nach seinen Nutzungsbedingungen keinen Eigentumsanspruch, an der Plattform und ihren Inhalten behält er dagegen alle Schutzrechte. Was auf der Werkbank entsteht, ist eine angereicherte und bewertete Liste. Sie ist kein Endprodukt, sondern geht weiter in das CRM, in ein Versand- oder Nachrichtenwerkzeug, in ein Datenlager oder als CSV-Datei in die Hand des Vertriebs. Die Arbeit selbst, also Tabellenaufbau, Reihenfolge der Datenanbieter und Formulierung der KI-Schritte, bleibt an das Konto gebunden und hat kein Austauschformat. Der Export zählt zudem als Aktion und verbraucht Kontingent.

Wer dahinter steht

Tragfähigkeit: Finanziert

Der Anbieter ist gut finanziert und wächst schnell, aber die Bewertung liegt weit über dem Umsatz. Das ist keine Prognose über den Bestand des Unternehmens, sondern der Hinweis, dass die heutigen Preise und Konditionen an einer Wachstumserwartung hängen.

  • Rechtsperson und Sitz: Clay Labs Inc, 119 N 11th Street, 3C, Brooklyn, NY 11249, USA · Quelle · Stand 2026-07-30
  • Finanzierung: 277 Mio. USD über sieben Runden, zuletzt 100 Mio. USD Serie C im August 2025 unter Führung von CapitalG · Quelle · Stand 2026-07-30
  • Bewertung: 5 Mrd. USD bei einem Anteilsverkauf für Mitarbeitende im Januar 2026, davor 3,1 Mrd. USD nach der Serie C · Quelle · Stand 2026-07-30
  • Umsatz: geschätzt 150 Mio. USD wiederkehrender Jahresumsatz im Mai 2026 nach 108 Mio. USD Ende 2025, Schätzung eines Dritten, vom Anbieter nicht bestätigt · Quelle · Stand 2026-07-30
  • Marktdauer: erste Finanzierungsrunde 2017 laut Anbieterangabe, Gründungsjahr 2019 laut Sacra, die Quellen widersprechen sich · Quelle · Stand 2026-07-30
  • Nachweis Sicherheitsprüfung: SOC 2 Typ 2 nach eigener Mitteilung vom 9. September 2024, Bericht nur über das Trust Center auf Anfrage · Quelle · Stand 2026-07-30

Ausstiegskosten: Mittel

Die Daten kommen heraus: jede Tabelle lässt sich als CSV herunterladen, dazu gibt es laufende Integrationen in CRM und Versandwerkzeuge. Was nicht herauskommt, ist die Arbeit selbst, also die Tabellenaufbauten, die Reihenfolge der Datenanbieter und die Formulierungen der KI-Schritte. Dafür gibt es kein Austauschformat, sie werden bei einem Wechsel neu gebaut. Zusätzlich zählt der Export laut Anbieter selbst als Aktion und verbraucht damit Kontingent.

Regulatorik und Daten

Auftragsverarbeitungauf Anfrage, mit StandardvertragsklauselnDie Datenschutzerklärung sagt, dass Clay Auftragsverarbeitungsverträge auf Anfrage anbietet und dass diese Standardvertragsklauseln enthalten. Ein unterschriebenes Exemplar ist über security@clay.com anzufordern, es liegt nicht öffentlich aus.Quelle · Stand 2026-07-30
SpeicherortunklarWeder Datenschutzerklärung noch Nutzungsbedingungen nennen ein Land oder eine Region für die Datenhaltung. Das Trust Center gibt seine Inhalte nur nach Anfrage heraus und war für diese Prüfung nicht auslesbar. Dritte behaupten eine US-Region, das ist kein belastbarer Beleg.ohne Quellenangabe · Stand 2026-07-30
SubunternehmerListe vorhanden, öffentlich nicht abrufbarDer Anbieter führt eine Unterauftragnehmerliste im Trust Center. Die Seite lädt ihre Inhalte erst nach einer Anfrage nach, ein freier Abruf war nicht möglich. Namentlich belegt ist aus der Datenschutzerklärung nur Stripe für die Zahlungsabwicklung.Quelle · Stand 2026-07-30
DrittlandübermittlungVerarbeitung in den USA, abgesichert über Standardvertragsklauseln im AuftragsverarbeitungsvertragDer Anbieter sitzt in New York, es gilt das Recht des Staates New York. Für europäische Kunden trägt laut Datenschutzerklärung der Auftragsverarbeitungsvertrag mit Standardvertragsklauseln.Quelle · Stand 2026-07-30
Training mit KundendatenKundendaten werden nach Anbieterangabe nicht für Modelltraining verwendetDie Produktdokumentation sagt ausdrücklich, dass Verträge mit allen KI-Anbietern das Training auf Kundendaten untersagen. Wie lange die Modellanbieter die übergebenen Inhalte aufbewahren, steht dort nicht.Quelle · Stand 2026-07-30
Aufbewahrung und LöschungDaten bestehen so lange wie das Konto, mit der Konto-Löschung werden sie gelöschtDie Nutzungsbedingungen formulieren das knapp und nennen weder Fristen für Sicherungskopien noch eine Nachlauffrist nach Vertragsende.Quelle · Stand 2026-07-30
ZertifikateSOC 2 Typ 2 belegt, ISO 27001 nicht aus erster Hand belegtDen Abschluss der SOC-2-Typ-2-Prüfung teilt der Anbieter selbst mit. Ein ISO-27001-Zertifikat wird in Marktübersichten Dritter genannt, war aber auf keiner erreichbaren Anbieterseite zu bestätigen. Vor einer Beschaffung ist der Nachweis anzufordern.Quelle · Stand 2026-07-30
EU-KI-Verordnung, Artikel 50unklarDer Anbieter macht auf den öffentlich erreichbaren Seiten keine Aussage zu den Transparenzpflichten aus Artikel 50. Praktisch relevanter ist ohnehin die eigene Pflicht: wer mit diesem Werkzeug maschinell erzeugte Ansprache verschickt, trägt die Kennzeichnung selbst.ohne Quellenangabe · Stand 2026-07-30
ProtokollierungunklarZu nachvollziehbaren Zugriffs- und Änderungsprotokollen gibt es keine öffentliche Zusage. Belegt ist nur, dass Einmalanmeldung im Growth-Tarif Zusatzleistung ist und im Enterprise-Tarif enthalten.Quelle · Stand 2026-07-30

Was es wirklich kostet

Einstieg

Kostenlos mit 500 Aktionen und 100 Datenkrediten im Monat. Launch kostet 167 USD im Monat mit 15.000 Aktionen und 3.000 Datenkrediten, Growth 446 USD im Monat mit 40.000 Aktionen und 6.000 Datenkrediten. Plätze und Tabellen sind in allen Tarifen unbegrenzt, Jahreszahlung spart 10 Prozent.

Quelle · Stand2026-07-30

Was teuer wird

Der Monatspreis ist nicht der Preis. Es laufen zwei Währungen nebeneinander. Aktionen kosten Bruchteile eines Cents und fallen für jeden Schritt an, auch für den Export aus dem System heraus. Datenkredite kosten einige Cent und fallen an, sobald Fremddaten gekauft werden. Der Anbieter beziffert eine übliche Anreicherung mit 6 bis 20 Datenkrediten. Damit reichen die 6.000 Kredite im Growth-Tarif rechnerisch für etwa 300 bis 1.000 angereicherte Zeilen im Monat, nicht für 6.000. Nachkauf kostet 30 Prozent Aufschlag, Aktionen verfallen monatlich, Kredite rollen nur bis zum Doppelten des Monatskontingents. Wer den Tarif nach dem Grundpreis vergleicht, vergleicht die falsche Zahl.

Was es verdrängt

  • Manuelle Listenrecherche in Einzelrecherche
  • Mehrere parallele Abos bei einzelnen Datenanbietern
  • Bewertungslogik, die nur in einer Tabellenkalkulation auf einem Rechner liegt

Schnittstellen

  • CSV-Import und CSV-Export
  • HTTP-Aufrufe an beliebige Schnittstellen aus der Tabelle heraus
  • Integrationen in CRM-, Versand- und Nachrichtenwerkzeuge
  • Eigene Anbieter-Schlüssel statt Datenkredite
  • MCP-Anbindung

Bei uns: Nicht von uns genutzt

Nicht im eigenen Betrieb eingesetzt. Die Angaben in diesem Profil stammen aus den Anbieterseiten und der Produktdokumentation, nicht aus eigener Nutzung.

Passende Methoden

Belege

  1. 1.Tarife, enthaltene Aktionen und Datenkredite, Aufschlag beim Nachkauf, Einmalanmeldung als Zusatz · Stand 2026-07-30
  2. 2.Definition von Aktionen und Datenkrediten, übliche Anreicherung mit 6 bis 20 Krediten, Verfall und Übertrag · Stand 2026-07-30
  3. 3.Kundendaten werden nicht für Modelltraining verwendet, Verträge mit den KI-Anbietern untersagen es · Stand 2026-07-30
  4. 4.Rechtsperson, Anschrift, Auftragsverarbeitungsvertrag auf Anfrage mit Standardvertragsklauseln · Stand 2026-07-30
  5. 5.Aufbewahrung nur solange das Konto besteht, automatische Verlängerung, Gebühren nicht erstattungsfähig · Stand 2026-07-30
  6. 6.SOC 2 Typ 2 abgeschlossen, Bericht über das Trust Center auf Anfrage · Stand 2026-07-30
  7. 7.Bewertung, Finanzierungsrunden und geschätzter wiederkehrender Jahresumsatz · Stand 2026-07-30
  8. 8.CSV-Export jeder Tabelle und laufende Integrationen als Ausstiegswege · Stand 2026-07-30

Zuletzt geprüft: 2026-07-30vonDr. Oliver Gausmann, Convios GmbH

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