# lemlist

> Führt Kaltkontakt über E-Mail, LinkedIn, Telefon und SMS in einer Sequenz zusammen, verwaltet die sendenden Postfächer und deren Zustellbarkeit und schreibt Antworten, Abmeldungen und Termine an den Kontakt zurück.

- Anbieter: LEMPIRE SAS, Paris (RCS Paris 823 475 082)
- Kanonische URL: https://www.convios.com/de/werkzeugkasten/lemlist
- Sprachfassung: https://www.convios.com/en/toolbox/lemlist
- Bereich: GTM & Vertrieb · Cluster: Outbound-Sequenzen
- Rolle: Fertigprodukt · Herkunft: Etabliert, KI nachgerüstet
- Stand: 2026-07-30 · Geprüft: 2026-07-30 · Autor: Dr. Oliver Gausmann, Convios GmbH
- Werkzeugkasten: https://www.convios.com/de/werkzeugkasten — Markdown: https://www.convios.com/de/werkzeugkasten.md

## Urteil

Effizienz im Einzelfall: Ein Sequenz-Werkzeug macht niemanden unterscheidbar, denn der Wettbewerb benutzt dieselbe Kategorie und häufig dieselben Anbieter. Wer Kaltkontakt aber ohne diese Schicht betreibt, verliert die Kontrolle über Zustellbarkeit, Abmeldungen und Antwort-Zuordnung, und genau dort entstehen die teuren Fehler, weil personenbezogene Daten von Nichtkunden verarbeitet werden. Es verhindert also Rückstand und verschafft keinen Vorsprung.

## Eignung nach Unternehmensgröße

- Solopreneur: geeignet — Der Einstiegstarif kostet 69 US-Dollar im Monat pauschal und begrenzt die Nutzerzahl nicht. Eine Person kann damit 50.000 E-Mails im Monat versenden, ohne Sitzlizenzen zu rechnen.
- KMU: geeignet — Sobald LinkedIn, Anruf und SMS dazukommen, wechselt das Modell auf 109 US-Dollar je Nutzer und Monat. Für ein Vertriebsteam von fünf Personen bleibt das kalkulierbar, solange die Anreicherung über Kredite nicht zum zweiten Rechnungsposten wird.
- Konzern: bedingt geeignet — Anmeldung über SSO und SAML sowie eigene Rollen gibt es erst im Enterprise-Tarif mit Angebotspreis ab fünf Nutzern. Schwerer wiegt, dass der Anbieter schriftlich festhält, kundeneigene Auftragsverarbeitungsverträge nicht zu unterschreiben. Das bricht eine konzernübliche Lieferantenprüfung regelmäßig ab.

## Tragfähigkeit des Anbieters

Etabliert: Die Rechtsperson ist seit November 2016 im Handelsregister Paris eingetragen und arbeitet ohne Wagniskapital. Der Zukauf von Claap im Oktober 2025 wurde nach eigener Darstellung achtstellig und aus eigener Kraft bezahlt, was auf einen tragenden Zahlungsstrom hindeutet.

- Rechtsperson und Registereintrag: LEMPIRE SAS, RCS Paris 823 475 082, eingetragen am 1. November 2016, Sitz 128 rue La Boétie, 75008 Paris (Quelle: https://annuaire-entreprises.data.gouv.fr/entreprise/lempire-823475082, Stand 2026-07-30)
- Wiederkehrender Jahresumsatz: rund 35 Mio. US-Dollar laut Fachpresse zum Stand Oktober 2025 (Quelle: https://www.demandgenreport.com/industry-news/news-brief/sales-engagement-platform-lemlist-acquires-ai-platform-claap/50632/, Stand 2026-07-30)
- Finanzierung: ohne Wagniskapital; Zukauf von Claap im Oktober 2025 achtstellig und selbst finanziert (Quelle: https://www.lemlist.com/blog/lemlist-just-spent-over-15m-to-buy-ai-sales-intelligence-platform-claap, Stand 2026-07-30)
- Kundenzahl: über 20.000 Unternehmen laut Fachpresse zum Stand Oktober 2025 (Quelle: https://www.demandgenreport.com/industry-news/news-brief/sales-engagement-platform-lemlist-acquires-ai-platform-claap/50632/, Stand 2026-07-30)
- Prüfbericht: SOC 2 Type 2 im öffentlichen Vertrauensportal gelistet, dazu 57 dokumentierte Kontrollen (Quelle: https://trust.lemlist.com, Stand 2026-07-30)

## Ausstiegskosten

Mittel: Kontakte und Kampagnenergebnisse lassen sich als CSV und über die Programmierschnittstelle herausziehen, allerdings nur Kampagne für Kampagne, seit der Sammelexport über mehrere Kampagnen entfallen ist. Was nicht mitkommt, ist der eigentliche Wert: die aufgewärmte Zustellreputation der sendenden Postfächer, der Antwortverlauf im gemeinsamen Posteingang und die Sequenzlogik. Dazu kommt der Vertrag: Ein Jahresmindestbetrag ist laut AGB weder kündbar noch erstattbar, ungenutzte Kredite verfallen.

## Regulatorik und Daten

| Punkt | Befund | Belegstand | Stand |
|---|---|---|---|
| Auftragsverarbeitung | eigenes Dokument, elektronisch unterzeichenbar; Kundenverträge werden abgelehnt — Der Anbieter stellt einen eigenen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Artikel 28 zur Unterschrift bereit und schreibt zugleich ausdrücklich, dass er die Verträge seiner Kunden nicht unterzeichnet. | belegt | 2026-07-30 |
| Speicherort | OVH, Frankreich — Die AGB nennen OVH mit Anschrift in Roubaix als Hoster. Die Datenschutzerklärung sagt, die Server lägen ausschließlich in der Europäischen Union. Die Hilfeseite präzisiert auf Frankreich und den Europäischen Wirtschaftsraum. | belegt | 2026-07-30 |
| Subunternehmer | keine öffentliche Liste — Die AGB verweisen für die Liste der Unterauftragnehmer auf eine Anfrage beim Datenschutzbeauftragten. Öffentlich namentlich genannt sind nur Dienste der Website und des Marketings wie Intercom, HubSpot, Segment und Amplitude, nicht die Dienste der Anwendung selbst. | teilweise belegt | 2026-07-30 |
| Drittlandübermittlung | unklar — Die Hilfeseite sagt, es würden keine personenbezogenen Daten außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums verarbeitet. Die Datenschutzerklärung hält gleichzeitig Standardvertragsklauseln für Übermittlungen bereit, und die AGB erlauben den Einsatz von Amazon Web Services. Diese drei Aussagen decken sich nicht, die Frage gehört deshalb in den Vertrag. | teilweise belegt | 2026-07-30 |
| Training mit Kundendaten | unklar — Weder AGB noch Datenschutzerklärung sagen, ob Kampagnentexte, eingehende Antworten oder Kontaktdaten in das Training von Modellen fließen. Da das Produkt KI-Funktionen für Recherche und Texterstellung enthält, ist die Frage offen und vor der Unterschrift zu klären. | nicht belegt | 2026-07-30 |
| Aufbewahrung und Löschung | bis zu 3 Jahre nach Schließung des Kontos — Die Datenschutzerklärung nennt für Servicedaten höchstens drei Jahre nach Schließung des Kontos und für Nachweisdaten die gesetzliche Verjährung von in der Regel fünf Jahren. Die AGB versprechen die Löschung vertraulicher Unterlagen binnen dreißig Tagen nach Vertragsende, nehmen Sicherungskopien aber ausdrücklich aus. | teilweise belegt | 2026-07-30 |
| Zertifikate | SOC 2 Type 2 — Das öffentliche Vertrauensportal führt einen SOC-2-Type-2-Bericht und 57 dokumentierte Kontrollen. Ein eigenes ISO-27001-Zertifikat ist dort nicht gelistet. Die AGB nennen ISO 27001 nur als Beispiel für branchenübliche Kontrollen, das ist kein Nachweis. | teilweise belegt | 2026-07-30 |
| EU-KI-Verordnung, Artikel 50 | Anbieter stuft die eigene KI-Funktion als System mit begrenztem Risiko ein — Die AGB bezeichnen den Lead Finder ausdrücklich als KI-System mit begrenztem Risiko. Das ist genau die Kategorie, an der die Transparenzpflichten aus Artikel 50 hängen, die ab August 2026 greifen. Wie der Anbieter diese Pflichten umsetzt, steht dort nicht. | teilweise belegt | 2026-07-30 |
| Protokollierung | unklar — Das Vertrauensportal listet interne Kontrollen zu Änderungs- und Zugriffsverwaltung. Ob und in welchem Tarif der Kunde selbst ein nachvollziehbares Protokoll über Zugriffe und Änderungen einsehen und exportieren kann, ist öffentlich nicht belegt. | nicht belegt | 2026-07-30 |

## Kosten

- Einstieg: Der Tarif Email kostet 69 US-Dollar im Monat pauschal, bei Jahreszahlung 55, und enthält unbegrenzt Nutzer sowie 50.000 E-Mails im Monat. Der Tarif Multichannel kostet 109 US-Dollar je Nutzer und Monat, bei Jahreszahlung 87. (Stand 2026-07-30)
- Teuer wird es: An drei Stellen. Erstens beim Kanalwechsel: LinkedIn, Anruf und SMS gibt es erst ab Multichannel, und dort zählt jeder Nutzer einzeln. Zweitens bei den Krediten: ein Kredit kostet 0,01 US-Dollar, eine verifizierte E-Mail-Adresse fünf Kredite, eine Telefonnummer zwanzig, ein Kaufsignal zwischen zwanzig und vierhundert. Wer 5.000 Telefonnummern anreichert, zahlt 1.000 US-Dollar zusätzlich. Drittens beim Vertrag: der Jahresmindestbetrag ist laut AGB nicht kündbar und nicht erstattbar, ungenutzte Kredite verfallen ersatzlos.

## Drei Wege im Vergleich

### Sequenzen im vorhandenen CRM

Salesforce, HubSpot und Pipedrive bringen eigene Sequenzfunktionen mit. Der Vorteil ist, dass Kontakt, Verlauf und Umsatz in einem System bleiben und keine zweite Datenhaltung mit personenbezogenen Daten entsteht. Der Preis dafür ist die schwächere Zustellschicht: Postfach-Rotation, Aufwärmen und Antwort-Erkennung sind dort Nebenfunktionen, keine Kernaufgabe.

### Recherche-Agent plus getrennte Versandschicht

Werkzeuge wie Clay oder ein selbst gebauter Agent recherchieren je Kontakt und schreiben den Text, der Versand läuft danach über einen spezialisierten Dienst. Das hebt die Trefferquote der Ansprache spürbar, ersetzt die Zustellschicht aber nicht, sondern setzt sie voraus. Wer beides bei einem Anbieter kauft, spart eine Naht. Wer es trennt, gewinnt Austauschbarkeit.

### Eigener Versand über eine Mail-Schnittstelle

Technisch ist das kein großes Stück Arbeit: Amazon SES, Postmark oder Resend versenden, ein eigenes Register hält Kontakte, Schritte und Antworten. Teuer wird der Eigenbau nicht durch den Versand, sondern durch alles daneben: Abmeldelogik, Rückläufer-Behandlung, Postfach-Rotation, Antwort-Erkennung und der Nachweis, wann wer widersprochen hat. Sinnvoll nur, wenn Outbound selbst zum Produkt gehört.

Empfehlung nach Größe:

- Solopreneur: Kaufen, Einstiegstarif, keinen Eigenbau.
- KMU: Kaufen, aber die Kreditkosten vor dem Jahresvertrag hochrechnen.
- Konzern: Erst die Verweigerung des eigenen AVV mit dem Datenschutz klären, dann entscheiden.

## Einordnung

- Setzt Methode um: [Predictable Revenue / Cold Calling 2.0](https://www.convios.com/de/methodik/predictable-revenue) — Die getrennte Qualifizierungsrolle wird erst planbar, wenn Sequenzen, sendende Postfächer und Antworten an einer Stelle zusammenlaufen, und genau diese Schicht stellt lemlist bereit.
- Setzt Methode um: [Core Four](https://www.convios.com/de/methodik/core-four) — In der Prüflisten-Logik der Methode besetzt lemlist die Ansprache von Fremden und macht sie zählbar, sodass sichtbar wird, ob dieser Weg wirklich bedient wird oder nur behauptet.
- Setzt Methode um: [Inbound-geführtes warmes Outbound (95/5-Map)](https://www.convios.com/de/methodik/inbound-led-warm-outbound) — Die Methode will, dass Ansprache aus einem Signal heraus beginnt, und lemlist ist die Stelle, an der aus dem Signal eine Sequenz wird und die Antwort wieder am Kontakt landet.
- Verdrängt: Serienbrief-Versand aus dem persönlichen Postfach, Tabelle als Nachfass-Erinnerung, Getrennte Werkzeuge für E-Mail, LinkedIn und Anruf

## Belege

- Tarifpreise, Sendegrenzen, Kreditkosten und Enterprise-Mindestgröße — https://www.lemlist.com/pricing (Stand 2026-07-30)
- Rechtsperson, OVH als Hoster, Aufbewahrung, nicht kündbarer Jahresmindestbetrag, Einstufung des Lead Finder als KI-System mit begrenztem Risiko — https://www.lemlist.com/legal/terms (Stand 2026-07-30)
- Serverstandort in der Europäischen Union, Aufbewahrungsfristen, Standardvertragsklauseln für Übermittlungen — https://www.lemlist.com/legal/privacy-policy (Stand 2026-07-30)
- Speicherung ausschließlich im Europäischen Wirtschaftsraum auf Servern in Frankreich bei OVH — https://help.lemlist.com/en/articles/10213761-how-lemlist-handles-gdpr-compliance (Stand 2026-07-30)
- Eigener Auftragsverarbeitungsvertrag zur Unterschrift, Kundenverträge werden abgelehnt — https://www.lemlist.com/legal/dpa (Stand 2026-07-30)
- SOC-2-Type-2-Bericht und 57 dokumentierte Kontrollen im öffentlichen Vertrauensportal — https://trust.lemlist.com (Stand 2026-07-30)
