# Front

> Führt E-Mail, Chat, SMS und soziale Kanäle in einem geteilten Postfach zusammen, in dem jede Nachricht eine Zuständigkeit, einen internen Kommentarfaden und einen Verlauf bekommt.

- Anbieter: FrontApp, Inc.
- Kanonische URL: https://www.convios.com/de/werkzeugkasten/front
- Sprachfassung: https://www.convios.com/en/toolbox/front
- Bereich: Service & Support · Cluster: Geteiltes Postfach
- Rolle: Fertigprodukt · Herkunft: Etabliert, KI nachgerüstet
- Stand: 2026-08-21 · Geprüft: 2026-08-21 · Autor: Dr. Oliver Gausmann, Convios GmbH
- Werkzeugkasten: https://www.convios.com/de/werkzeugkasten — Markdown: https://www.convios.com/de/werkzeugkasten.md

## Urteil

Verhindert Rückstand: Ein geteiltes Postfach verschafft keinen Vorsprung, weil der Wettbewerb dasselbe kaufen kann. Wer ohne eines arbeitet, verliert die Zuständigkeit für eine Anfrage in dem Moment, in dem der erste Bearbeiter im Urlaub ist, und fällt hinter eine Antwortzeit zurück, die Kunden voraussetzen. Front verlegt inzwischen einen Teil dieser Arbeit in KI-Agenten, die selbst antworten. Damit verschiebt sich die Entscheidung von der Werkzeugauswahl zur Führung: Wer gibt frei, wer misst die Qualität, wer steht für eine falsche Antwort gerade. Das Werkzeug beantwortet keine dieser drei Fragen.

## Eignung nach Unternehmensgröße

- Solopreneur: bedingt geeignet — Starter kostet 25 USD je Platz und Monat, deckt genau einen Kanaltyp ab und ist auf zehn Plätze begrenzt. Wer allein arbeitet, teilt kein Postfach. Der Nutzen beginnt dort, wo mehrere Menschen an derselben Anfrage arbeiten und die Übergabe protokolliert sein muss.
- KMU: geeignet — Hier sitzt der Kern des Werkzeugs. Ab Professional zu 65 USD je Platz und Monat kommen mehrere Kanäle, die Anmeldung über den eigenen Verzeichnisdienst und die automatische Nutzerbereitstellung dazu. Bemerkenswert für diese Klasse: Das Änderungsprotokoll liegt in allen Tarifen und nicht erst in der teuersten Stufe.
- Konzern: bedingt geeignet — Rollen, Mandanten und Protokollierung sind vorhanden, eigene Rollenzuschnitte beginnen bei Enterprise zu 105 USD je Platz und Monat. Drei Punkte gehören vor die Unterschrift: Vertragspartner ist eine Gesellschaft aus Delaware nach kalifornischem Recht mit Schiedsklausel, den europäischen Speicherort vergibt der Anbieter auf Anfrage statt über eine Einstellung, und die Nachweise nach ISO und SOC 2 nennt er ohne Fassung und ohne Geltungsbereich.

## Tragfähigkeit des Anbieters

Etabliert: Der Anbieter ist seit 2013 am Markt, hat 2022 zuletzt öffentlich Kapital aufgenommen und 2024 die Führung gewechselt. Die Produktveröffentlichungen erscheinen monatlich und sind datiert nachlesbar, ebenso die Rechtsdokumente. Eine Aussage über die Zahlungsfähigkeit lässt sich daraus nicht ableiten und steht hier auch nicht.

- Vertragsgesellschaft: FrontApp, Inc., Gesellschaft nach dem Recht von Delaware, One Montgomery Street, Floor 13, San Francisco; kalifornisches Recht, Gerichtsstand San Francisco, mit Schiedsklausel und Verzicht auf Sammelklagen, dem binnen 30 Tagen widersprochen werden kann (Quelle: https://front.com/legal/saas-services-agreement, Stand 2026-08-21)
- Kapitalaufnahme: Finanzierungsrunde Serie D über 65 Mio. USD bei einer Bewertung von 1,7 Mrd. USD, geführt von Salesforce Ventures und Battery Ventures, gemeldet am 28.06.2022 (Quelle: https://siliconangle.com/2022/06/28/communications-hub-startup-front-raises-65m-unicorn-valuation-1-7b/, Stand 2026-08-21)
- Führungswechsel: Dan O'Connell übernahm die Geschäftsführung zum 01.05.2024, Mitgründerin Mathilde Collin wechselte in den Vorsitz des Verwaltungsrats; angekündigt am 25.03.2024 (Quelle: https://front.com/blog/a-new-fronteer-for-a-new-frontier, Stand 2026-08-21)
- Laufende Entwicklung: Produktveröffentlichungen erscheinen monatlich und datiert, zuletzt am 27.07.2026 mit überarbeiteter Mobilanwendung und Protokoll-Aktionen für den Admin-Copilot; die Unterauftragnehmer-Liste trägt die Fassung vom 13.07.2026 (Quelle: https://community.front.com/product-updates, Stand 2026-08-21)
- Größe nach eigener Angabe: nach Anbieterangabe 2013 gegründet, über 300 Mitarbeitende an fünf Standorten, über 9.300 Kunden und ein wiederkehrender Jahresumsatz von 100 Mio. USD, im Jahr 2025 überschritten; Erhebungsmethode wird nicht genannt (Quelle: https://front.com/about, Stand 2026-08-21)

## Ausstiegskosten

Mittel: Die Nachrichten selbst liegen weiterhin beim vorhandenen E-Mail-Anbieter, und der Vertrag sagt eine Herausgabe in einem gängigen maschinenlesbaren Format zu. Die brauchbare Frage ist, was nach dem Export fehlt. Es fehlt die Schicht darüber: interne Kommentare, Zuweisungen, Regeln, Textbausteine, die Auswertungsreihe und die Wissensbasis. Dazu kommt zweierlei aus dem Vertrag. Die aus den Kundendaten abgeleiteten Nutzungsdaten gehören dem Anbieter und dürfen von ihm auch nach Vertragsende verwendet werden. Und das Modell, das auf den eigenen Verläufen weitertrainiert wurde, wandert nicht mit. Praktisch bleibt außerdem die Arbeit, jeden Kanal umzuhängen, von der WhatsApp-Nummer bis zum Chat-Fenster auf der eigenen Seite.

## Regulatorik und Daten

| Punkt | Befund | Belegstand | Stand |
|---|---|---|---|
| Auftragsverarbeitung | ja, öffentlich abrufbar und ohne weitere Bedingung Bestandteil des Vertrags — Der Vertrag zur Auftragsverarbeitung steht offen im Netz, in der Fassung vom 01.07.2026, und wird über den Rahmenvertrag eingebunden. Er regelt Weisungsbindung, Meldung von Verletzungen ohne schuldhaftes Zögern, Unterstützung bei Betroffenenanfragen und Datenschutz-Folgenabschätzungen sowie Rückgabe oder Löschung nach Vertragsende. Zwei Einschränkungen stehen im Text: Die Prüfung vor Ort trägt der Kunde und ist auf einmal je Kalenderjahr begrenzt, solange keine gesetzliche Pflicht mehr verlangt, und der Anbieter darf einen vorhandenen Prüfbericht an die Stelle einer eigenen Prüfung setzen. | belegt | 2026-08-21 |
| Speicherort | EU-Speicherort wählbar, aber nur über den Kundenbetreuer und ohne Voreinstellung — Wählbar sind die Vereinigten Staaten oder der Europäische Wirtschaftsraum. Die Wahl läuft über den Kundenbetreuer oder den Support und steht in keiner Einstellung im Produkt. Zwei Grenzen benennt der Anbieter selbst: Sicherungskopien und Protokolle können außerhalb beider Regionen verarbeitet werden, und Unterauftragnehmer dürfen für begrenzte Zeit in anderen Ländern speichern. Wer eine bestehende Umgebung umzieht, bekommt zunächst eine Kopie in der neuen Region; das Gegenstück in der alten Region wird danach nach der Löschrichtlinie entfernt. Sicherungen und Änderungsprotokoll liegen in der gewählten Region. | teilweise belegt | 2026-08-21 |
| Subunternehmer | vollständige öffentliche Liste mit Zweck und Land, Fassung vom 13.07.2026 — Die Liste nennt je Eintrag Gesellschaft, Anschrift, Zweck und Verarbeitungsland. Für die KI-Funktionen stehen dort OpenAI, Microsoft Azure, Amazon Web Services und Google, für den eigenen Kundendienst des Anbieters Anthropic und Zapier. Neue Unterauftragnehmer kündigt der Anbieter mindestens 30 Tage vorher über dieselbe Seite an; wer widerspricht und sich nicht einigt, kann binnen 90 Tagen kündigen. Aufschlussreich ist die Länderspalte. Der Hinweis, dass die Regionenwahl den Verarbeitungsort bestimmt, hängt allein an Amazon Web Services. OpenAI steht mit den Vereinigten Staaten und ohne diesen Hinweis, Microsoft Azure mit sieben Ländern einschließlich der Schweiz. | belegt | 2026-08-21 |
| Drittlandübermittlung | Verarbeitung in den USA, gestützt auf den EU-US-Datenschutzrahmen und hilfsweise auf Standardvertragsklauseln — Der Anbieter ist seit dem 10.10.2023 im EU-US-Datenschutzrahmen selbstzertifiziert, für die Rolle als Verantwortlicher und für die Rolle als Auftragsverarbeiter. Der Vertrag bindet zusätzlich die Standardvertragsklauseln in den Modulen 2 und 3 ein, mit irischem Recht und irischem Gerichtsstand, dazu den britischen Zusatz und die Schweizer Anpassung. Eine Ungenauigkeit steht im Text und gehört vor die Unterschrift: An genau der Stelle, die über den Wegfall der Klauseln entscheidet, nennt der Vertrag zweimal den 2020 aufgehobenen Datenschutzschild statt den geltenden Datenschutzrahmen. Der Sammelbegriff im selben Satz stellt die Bedeutung klar, die Formulierung bleibt trotzdem angreifbar. | belegt | 2026-08-21 |
| Training mit Kundendaten | der Anbieter trainiert nach eigener Angabe auf den Daten des jeweiligen Kunden; ausgeschlossen ist das Training allein für die Modellanbieter — Hier lohnt genaues Lesen, weil zwei Aussagen dicht nebeneinander stehen und leicht als eine gelesen werden. Auf der Preisseite schreibt der Anbieter, er verwende die Daten des Kunden möglicherweise, um dessen Modell weiter zu trainieren, und diese Daten würden dabei nicht mit denen anderer Unternehmen vermischt. Im selben Absatz folgt die Zusage, dass die eingesetzten Modellanbieter mit diesen Daten keine Basismodelle trainieren. Die Zusatzbedingungen bestätigen die Aufteilung wörtlich: Untersagt ist das Training den Unterauftragnehmern. Der Rahmenvertrag räumt dem Anbieter parallel das Recht ein, Kundendaten zur Bereitstellung und Verbesserung des Dienstes zu verarbeiten. Für Testzugänge und Vorabfassungen gilt eine eigene Regel, und sie ist die härteste: Dort wertet der Anbieter Kundendaten auch von Hand aus, und ein an anderer Stelle erklärter Widerspruch gegen die Datenerhebung greift dafür ausdrücklich nicht. Wer neue KI-Funktionen früh ausprobiert, verlässt damit die Zusage, die für den Regelbetrieb gilt. | teilweise belegt | 2026-08-21 |
| Aufbewahrung und Löschung | Löschung beginnt 30 Tage nach Kündigung, Ablauf oder Beendigung und ist danach nicht umkehrbar — Der Vertrag sagt Rückgabe oder Löschung nach Weisung des Kunden zu, mit der üblichen Ausnahme für gesetzliche Aufbewahrungspflichten. Die Frist steht in der Löschrichtlinie: 30 Tage nach Kündigung, Ablauf oder Beendigung startet der automatische Vorgang. Löschanfragen bearbeitet der Anbieter laut Vertragsanhang in der Regel binnen 30 Tagen. Zwei Punkte kosten in der Praxis Zeit. Wer eine Kopie der Daten will, muss sie im selben Zug anfordern; nach der Löschung gibt der Anbieter nichts mehr heraus. Und eine Bestätigung der Löschung stellt er nur auf schriftliche Anforderung aus. Die Richtlinie selbst ist ein Hilfe-Artikel, den der Anbieter laut Rahmenvertrag von Zeit zu Zeit ändern darf. | belegt | 2026-08-21 |
| Zertifikate | SOC 2 Type II und ISO 27001, Bericht und Zertifikat nur auf Anfrage, ohne öffentliche Norm-Fassung und ohne Geltungsbereich — Der Anbieter nennt beide Nachweise und beschreibt im Vertragsanhang einen jährlichen SOC-2-Typ-II-Bericht durch eine unabhängige Stelle sowie einen jährlichen Eindringtest. Öffentlich fehlt, welche Fassung der ISO-Norm gilt und welchen Geltungsbereich die Prüfung hat. Eine Norm-Fassung nennt der Anbieter nur für seinen Infrastrukturanbieter, nämlich ISO 27001:2013 für Amazon Web Services. Das öffentlich verlinkte Handbuch zu Sicherheit und Nachweisen trägt den Stand Oktober 2024. Ein Testat nach dem deutschen Kriterienkatalog C5 ist nirgends genannt. Ein Vertrauensportal mit Selbstbedienung gibt es nicht; Bericht und Zertifikat laufen über eine Anfrage. | teilweise belegt | 2026-08-21 |
| EU-KI-Verordnung, Artikel 50 | der Anbieter benennt die KI-Regulierung und verlagert die Offenlegung auf den Kunden; eine eigene Zusage zu Artikel 50 fehlt — Die Zusatzbedingungen für die KI-Funktionen zählen die Einsatzzwecke auf, die der Kunde ausschließen muss, und sie decken sich fast wörtlich mit den verbotenen Praktiken und den Hochrisiko-Bereichen der Verordnung (EU) 2024/1689: biometrische Identifizierung, Emotionserkennung, Bonitätsbewertung, Zugang zu Bildung, kritische Infrastruktur, Versicherungstarifierung. Für Personalentscheidungen und Beschäftigtenüberwachung verlangt der Anbieter zusätzlich eine Offenlegung gegenüber den Betroffenen binnen zehn Werktagen. Der Rahmenvertrag verpflichtet den Kunden darüber hinaus, öffentlich anzugeben, dass sein Angebot künstliche Intelligenz eines Dritten enthält, und dafür einen Widerspruch anzubieten. Was der Anbieter für sich selbst zusagt, steht nirgends. Die Transparenzpflicht aus Artikel 50, die seit dem 02.08.2026 gilt, adressiert er weder für den KI-Agenten, der unmittelbar mit Endkunden schreibt, noch für die Kennzeichnung erzeugter Inhalte. Der Betreiber kann die Kennzeichnung im Produkt selbst setzen, eine Zusage des Anbieters bekommt er dafür nicht. | teilweise belegt | 2026-08-21 |
| Protokollierung | Änderungsprotokoll in allen Tarifen, 365 Tage einsehbar, Ausleitung als CSV mit höchstens 3000 Zeilen je Vorgang — Das Protokoll zeigt, wer wann was angelegt, geändert oder gelöscht hat, über Unternehmenseinstellungen, Unterhaltungen, Postfächer, Regeln, Etiketten, Personen, Gruppen und Arbeitsbereiche. Es gilt in allen Tarifen und reicht 365 Tage zurück, frühestens bis zur Freischaltung im März 2025. Seit dem Juli 2026 sind die Aktionen des Admin-Copilot mit erfasst. Die Grenze liegt in der Ausleitung: je Ausfuhr eine Ressourcenart und höchstens 3000 Zeilen, dazu zehn Ausfuhren je Ressourcenart in zehn Minuten. Wer die Spur länger als ein Jahr braucht, muss sie regelmäßig selbst abholen und außerhalb ablegen. | belegt | 2026-08-21 |

## Kosten

- Einstieg: Starter kostet 25 USD je Platz und Monat, deckt einen Kanaltyp ab und ist auf zehn Plätze begrenzt. Professional liegt bei 65 USD und reicht bis 50 Plätze, mit mehreren Kanälen, Anmeldung über SAML und Nutzerbereitstellung über SCIM. Enterprise kostet 105 USD und bringt eigene Rollenzuschnitte sowie Copilot, Smart QA und Smart CSAT ohne Aufpreis. Alle genannten Preise gelten bei jährlicher Zahlung; die Ersparnis gegenüber monatlicher Zahlung beziffert der Anbieter mit 24 Prozent. Der Testzugang läuft 14 Tage und verlangt kein Zahlungsmittel. (Stand 2026-08-21)
- Teuer wird es: An drei Stellen. Erstens bei den KI-Zusätzen: Copilot und Smart QA kosten je 20 USD, Smart CSAT 10 USD je Platz und Monat, im Enterprise-Tarif sind sie enthalten. Autopilot wird davon getrennt abgerechnet und beginnt bei 0,05 USD je Unterhaltung, auch für Enterprise. Zweitens bei Kanälen und Grenzen: Die native WhatsApp-Anbindung kostet die Meta-Gebühren plus 20 Prozent Verwaltungsaufschlag, eine höhere Schnittstellengrenze kostet 200 USD je 100 Anfragen pro Minute und Monat. Drittens bei der Einführung: Ab einem Vertragswert über 25.000 USD verlangt der Anbieter zusätzlich den Kauf eines Einführungspakets. Wer aus Regulatorik kauft, zahlt für Speicherort und Nachweise keinen Aufpreis, sondern Verhandlungszeit.

## Drei Wege im Vergleich

### Die etablierte Helpdesk-Plattform daneben

Zendesk ist die Kaufen-Option, gegen die diese Entscheidung gerechnet wird. Konzerne bleiben dort aus drei Gründen: Der Nachweisstapel ist breiter und nennt Norm-Fassung und Geltungsbereich, der Erweiterungsmarkt ist größer, und die Beschaffung kennt den Anbieter bereits. Bezahlt wird das mit einer Oberfläche, die das Ticket in den Mittelpunkt stellt. Wer Kundenbeziehungen über Jahre am selben Faden führt, arbeitet gegen dieses Modell an. Front dreht die Reihenfolge um und stellt die Unterhaltung nach vorn; das Ticket ist dort eine Sicht darauf. Genau an dieser Umkehr entscheidet sich der Wechsel, weniger an einer Funktionsliste.

### Der Zuschnitt, der nach gelöstem Fall abrechnet

Die jüngere Bauart stellt die KI vor den Menschen und rechnet nach gelöstem Fall ab statt nach Arbeitsplatz. Fin von Intercom steht dafür im Katalog; dass Front auf der eigenen Seite Vergleichsseiten gegen Pylon und Missive pflegt, zeigt, wo der Anbieter den Druck spürt. Der Preisunterschied ist vor allem ein Richtungsunterschied. Front berechnet Plätze zu 25, 65 oder 105 USD und legt Autopilot ab 0,05 USD je Unterhaltung darauf; die Rechnung wächst also mit der Teamgröße. Bei Abrechnung nach Ergebnis wächst sie mit dem Anfragevolumen und fällt, sobald Plätze wegfallen. Aufgegeben wird dabei die Zusammenarbeit im Postfach: Kommentar, Vertretung und geteilter Entwurf sind bei Front der Kern und bei den jüngeren Anbietern ein Randthema.

### Eigenes Postfachregister auf der eigenen Datenbank

Der Eigenbau lohnt dort, wo die Unterhaltung an einem eigenen Datensatz hängt, etwa an einer Anlage, einer Police oder einem Auftrag, und wo der Verlauf zum Produkt gehört. Der Bauplan aus dem eigenen Katalog: Supabase trägt Unterhaltungen, Zuweisungen und Rechte, n8n bildet Regeln und Weiterleitung ab, LiteLLM hält die Modellwahl austauschbar, Langfuse protokolliert jeden Modellaufruf mit Eingabe und Ausgabe, Ory übernimmt Anmeldung und Rollen, Cloudflare Pages liefert die Oberfläche, gebaut mit Claude Code oder Cursor. Der Posteingang selbst kommt über die Schnittstelle des vorhandenen Postfachanbieters. Zur Größenordnung, als offengelegte Annahme: 60 bis 90 Personentage zu 1.100 EUR ergeben 66.000 bis 99.000 EUR einmalig, dazu der laufende Betrieb. Front kostet bei 20 Plätzen auf Professional rund 15.600 USD im Jahr. Die Funktion ist selten das Problem. Es scheitert an der Bereitschaft rund um die Uhr, weil eine verlorene Zustellung eine verlorene Kundenanfrage ist, an der Mandantentrennung, an den Nachweispflichten, die Front mit 365 Tagen Protokoll mitliefert, und an der Wartung, sobald der Erbauer das Haus verlässt.

Empfehlung nach Größe:

- Solopreneur: Kaufen ist selten nötig. Ein geordnetes Postfach beim vorhandenen Anbieter reicht, solange niemand Zuständigkeit übergeben muss.
- KMU: Kaufen, Professional. Vor der Unterschrift den europäischen Speicherort schriftlich festhalten und klären, welche Inhalte in das Training des eigenen Modells laufen.
- Konzern: Kaufen ist möglich, verlangt aber Verhandlung. Speicherort, Trainingsausschluss und die Kennzeichnungspflicht aus Artikel 50 gehören in den Vertrag, dazu die Frage nach einer europäischen Vertragsgesellschaft.

## Einordnung

- Setzt Methode um: [AI-Agents als Team-Mitglieder führen](https://www.convios.com/de/methodik/ai-agents-team-members) — Autopilot handelt selbst und schreibt Kunden an, weshalb die Methode hier den Ernstfall trifft: Ein Agent im geteilten Postfach braucht dieselbe schriftliche Rolle, dieselbe Messgröße und dieselbe Freigabe wie eine neue Kollegin.
- Setzt Methode um: [Kalibrierte Eval-Schleife für KI-Ausgaben (Kriterien-Drift)](https://www.convios.com/de/methodik/eval-kalibrierung) — Smart QA bewertet Unterhaltungen automatisch nach Punktekarten, und genau dafür beschreibt die Methode den fehlenden Schritt: Die Bewertungskriterien müssen gegen menschliche Urteile kalibriert werden, sonst misst die Auswertung ihren eigenen Maßstab.
- Setzt Methode um: [Service Blueprinting](https://www.convios.com/de/methodik/service-blueprinting) — Das Blueprint zeichnet, welcher interne Schritt an welchem Kundenschritt hängt, und ein geteiltes Postfach mit Zuständigkeit, Kommentar und Verlauf liefert die Spur, an der sich diese Zeichnung gegen die Wirklichkeit prüfen lässt.
- Setzt Methode um: [Value-Metric-Pricing](https://www.convios.com/de/methodik/value-metric-pricing) — Front zeigt beide Preiseinheiten nebeneinander: den Arbeitsplatz, der mit der Teamgröße wächst, und die Unterhaltung ab 0,05 USD, die mit dem Anfragevolumen wächst. Das ist ein brauchbarer Anschauungsfall für die Frage, welche Einheit mit dem Nutzen mitwächst.
- Alternative: [Zendesk](https://www.convios.com/de/werkzeugkasten/zendesk)
- Alternative: [Intercom](https://www.convios.com/de/werkzeugkasten/intercom)
- Alternative: [Fin](https://www.convios.com/de/werkzeugkasten/fin)
- Alternative: [Plain](https://www.convios.com/de/werkzeugkasten/plain)
- Alternative: [Zammad](https://www.convios.com/de/werkzeugkasten/zammad)
- Verdrängt: Verteilerlisten für Kundenanfragen, Weiterleitung per Hand an den Zuständigen, Antwortvorlagen im persönlichen Entwurfsordner

## Belege

- Tarifpreise 25, 65 und 105 USD je Platz und Monat bei jährlicher Zahlung, Ersparnis gegenüber monatlicher Zahlung 24 Prozent, Anmeldung über SAML und Nutzerbereitstellung ab Professional — https://front.com/pricing (Stand 2026-08-21)
- KI-Zusätze Copilot und Smart QA zu je 20 USD, Smart CSAT zu 10 USD je Platz und Monat, Autopilot ab 0,05 USD je Unterhaltung; Einführungspaket ist ab 25.000 USD Vertragswert Pflicht — https://front.com/pricing (Stand 2026-08-21)
- Der Anbieter erklärt selbst, er verwende die Daten des Kunden möglicherweise zum Weitertrainieren von dessen Modell, und sichert getrennt davon zu, dass die Modellanbieter damit keine Basismodelle trainieren — https://front.com/pricing (Stand 2026-08-21)
- Das Trainingsverbot der Zusatzbedingungen richtet sich an die Unterauftragnehmer; für Testzugänge und Vorabfassungen wertet der Anbieter Kundendaten auch von Hand aus, und ein anderswo erklärter Widerspruch greift dafür nicht — https://front.com/legal/supplemental-terms (Stand 2026-08-21)
- Der Rahmenvertrag räumt dem Anbieter das Recht ein, Kundendaten zur Bereitstellung und Verbesserung des Dienstes zu verarbeiten; die daraus abgeleiteten Nutzungsdaten gehören ihm und dürfen auch nach Vertragsende verwendet werden — https://front.com/legal/saas-services-agreement (Stand 2026-08-21)
- Vertragspartner ist FrontApp, Inc., eine Gesellschaft nach dem Recht von Delaware mit Sitz in San Francisco; es gilt kalifornisches Recht mit Gerichtsstand San Francisco, Schiedsklausel und Verzicht auf Sammelklagen — https://front.com/legal/saas-services-agreement (Stand 2026-08-21)
- Der Vertrag zur Auftragsverarbeitung ist öffentlich, trägt die Fassung vom 01.07.2026 und bindet die Standardvertragsklauseln in den Modulen 2 und 3 mit irischem Recht und irischem Gerichtsstand ein — https://front.com/legal/data-processing-addendum (Stand 2026-08-21)
- Selbstzertifizierung im EU-US-Datenschutzrahmen mit Wirkung vom 10.10.2023, ausdrücklich für die Rolle als Verantwortlicher und für die Rolle als Auftragsverarbeiter — https://front.com/legal/privacy-framework-certification-notice (Stand 2026-08-21)
- Öffentliche Unterauftragnehmer-Liste in der Fassung vom 13.07.2026 mit Gesellschaft, Anschrift, Zweck und Verarbeitungsland; der Hinweis auf die Regionenwahl hängt allein an Amazon Web Services, OpenAI steht mit den Vereinigten Staaten — https://front.com/legal/list-of-subprocessors (Stand 2026-08-21)
- Wählbar sind die Vereinigten Staaten oder der Europäische Wirtschaftsraum, die Wahl läuft über den Kundenbetreuer; Sicherungskopien und Protokolle können außerhalb beider Regionen verarbeitet werden — https://help.front.com/en/articles/2349 (Stand 2026-08-21)
- Die automatische Löschung beginnt 30 Tage nach Kündigung, Ablauf oder Beendigung, ist danach nicht umkehrbar, und eine Kopie der Daten muss im selben Zug angefordert werden — https://help.front.com/en/articles/2133 (Stand 2026-08-21)
- SOC 2 Type II und ISO 27001 werden genannt, Bericht und Zertifikat gibt der Anbieter nur auf Anfrage heraus; Verschlüsselung mit AES-256 im Ruhezustand und TLS 1.2 in der Übertragung, EU- oder US-Speicherort — https://front.com/security (Stand 2026-08-21)
- Das Änderungsprotokoll gilt in allen Tarifen, reicht 365 Tage zurück, frühestens bis zur Freischaltung im März 2025, und lässt sich als CSV mit höchstens 3000 Zeilen je Vorgang ausleiten — https://help.front.com/en/articles/2925696 (Stand 2026-08-21)
- Finanzierungsrunde Serie D über 65 Mio. USD bei einer Bewertung von 1,7 Mrd. USD, geführt von Salesforce Ventures und Battery Ventures, gemeldet am 28.06.2022 — https://siliconangle.com/2022/06/28/communications-hub-startup-front-raises-65m-unicorn-valuation-1-7b/ (Stand 2026-08-21)
- Dan O'Connell übernahm die Geschäftsführung zum 01.05.2024, Mitgründerin Mathilde Collin wechselte in den Vorsitz; angekündigt am 25.03.2024 — https://front.com/blog/a-new-fronteer-for-a-new-frontier (Stand 2026-08-21)
- Nach Anbieterangabe 2013 gegründet, über 300 Mitarbeitende an fünf Standorten, über 9.300 Kunden und 100 Mio. USD wiederkehrender Jahresumsatz, im Jahr 2025 überschritten — https://front.com/about (Stand 2026-08-21)
