# Candis

> Nimmt Eingangsrechnungen entgegen, liest die Rechnungsdaten aus, führt sie durch einen mehrstufigen Freigabelauf mit Vertretungsregeln und übergibt das Ergebnis an DATEV oder ein anderes Buchhaltungssystem.

- Anbieter: Candis GmbH, Berlin
- Kanonische URL: https://www.convios.com/de/werkzeugkasten/candis
- Sprachfassung: https://www.convios.com/en/toolbox/candis
- Bereich: Betrieb & Finanzen · Cluster: Rechnungsfreigabe
- Rolle: Fertigprodukt · Herkunft: Etabliert, KI nachgerüstet
- Stand: 2026-08-26 · Geprüft: 2026-08-26 · Autor: Dr. Oliver Gausmann, Convios GmbH
- Werkzeugkasten: https://www.convios.com/de/werkzeugkasten — Markdown: https://www.convios.com/de/werkzeugkasten.md

## Urteil

Effizienz im Einzelfall: Die Rechnungsfreigabe ist ein Vorgang, den kein Kunde je zu sehen bekommt. Wer sie verkürzt, spart Durchlaufzeit und gewinnt Skonto, unterscheidet sich damit aber von niemandem im eigenen Markt, weil jeder Wettbewerber dieselbe Software bestellen kann. Der Nutzen ist trotzdem echt und rechenbar: Er hängt an der Zahl der Rechnungen und an der Zahl der Personen, die heute an einem Beleg vorbeikommen. Damit bleibt es Effizienz im Einzelfall. Wer daraus einen Vorsprung ableiten will, sucht ihn an der falschen Stelle.

## Eignung nach Unternehmensgröße

- Solopreneur: nicht geeignet — Der Einstieg liegt bei 389 Euro im Monat, und die Vertragslaufzeiten reichen laut Preisseite von zwölf bis sechsunddreißig Monaten. Wer seine Eingangsrechnungen an einem Vormittag im Monat selbst durchsieht, bezahlt einen Freigabelauf, an dem nur eine Person beteiligt ist.
- KMU: geeignet — Hier liegt der Zuschnitt. Nutzerzahl und Gesellschaften sind in allen Paketen unbegrenzt, abgerechnet wird nach Belegmenge, und Einrichtung, Einweisung und Betreuung sind laut Anbieter im Preis enthalten. Der Weg in die Buchhaltung führt über eine lizenzierte DATEV-Schnittstelle, was den Steuerberater von Anfang an mit im Boot hat. Zu klären bleibt vor der Unterschrift eine Zahl: wie viele Belege im Monat wirklich anfallen, denn daran hängt der Preis und nicht an der Zahl der Köpfe.
- Konzern: bedingt geeignet — Drei Punkte stehen dagegen, und alle drei sind belegt. Erstens hängt die Anmeldung über den eigenen Identitätsanbieter am obersten Paket: SAML-Anmeldung über Entra ID oder Google gibt es laut Hilfeseite ab dem Max-Paket, und sie muss beim Anbieter beantragt werden. Zweitens sagen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen in Ziffer 8.2 ausdrücklich keine Verfügbarkeit zu, eine Statusseite mit Verfügbarkeitswerten gibt es dagegen öffentlich. Drittens weist der Anbieter für sich selbst keine Sicherheitszertifizierung aus, genannt werden die Nachweise des Cloudbetreibers. Wer nach Konzernmaßstab einkauft, verhandelt diese drei Punkte oder lässt es.

## Tragfähigkeit des Anbieters

Etabliert: Die Gesellschaft ist seit dem 19.06.2015 im Handelsregister eingetragen und damit seit elf Jahren am Markt. Jahresabschlüsse liegen für 2017 bis 2024 offengelegt vor, der jüngste wurde am 01.06.2026 eingereicht. Zwei Finanzierungsrunden sind datiert belegt, die jüngste stammt vom 14.09.2022. Das Stammkapital wurde mehrfach erhöht und lag zum 22.08.2023 bei 169.685 Euro.

- Rechtsperson und Handelsregister: Candis GmbH, Karl-Liebknecht-Straße 5, 10178 Berlin, Amtsgericht Charlottenburg HRB 168078 B, Ersteintragung 19.06.2015, Geschäftsführer Christian Ritosek und Linnar Schwarz, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer DE300859729 (Quelle: https://www.candis.io/impressum, Stand 2026-08-26)
- Offenlegung und Stammkapital: Jahresabschlüsse für die Geschäftsjahre 2017 bis 2024 offengelegt, der Abschluss 2024 eingereicht am 01.06.2026; Stammkapital nach mehreren Erhöhungen 169.685 Euro zum 22.08.2023 (Quelle: https://www.northdata.de/Candis+GmbH,+Berlin/HRB+168078, Stand 2026-08-26)
- Finanzierungsrunde 2020: 12 Mio. Euro Serie B, gemeldet am 30.07.2020, angeführt von Viola Ventures, mit Rabo Frontier Ventures, Lightspeed Venture Partners, Point Nine Capital, Speedinvest, main incubator und 42CAP (Quelle: https://www.prnewswire.com/news-releases/smb-accounting-automation-leader-candis-raises-12m-series-b-in-bid-to-become-the-european-market-leader-in-automated-financial-processes-for-smbs-301102848.html, Stand 2026-08-26)
- Finanzierungsrunde 2022 und Gesamtsumme: 16 Mio. US-Dollar von Viola Fintech, Lightspeed und Viola Ventures, gemeldet am 14.09.2022; dieselbe Meldung nennt 30 Mio. US-Dollar über zwei Runden. Eine spätere Runde ist öffentlich nicht gemeldet. (Quelle: https://www.deutsche-startups.de/2022/09/14/dealmonitor-riskmethods-candis/, Stand 2026-08-26)
- Laufender Betrieb: Öffentliche Statusseite mit Verfügbarkeitswerten über neunzig Tage je Baustein, am 26.08.2026 abgerufen: Web-Anwendung 99,77 Prozent, Schnittstelle 100 Prozent, externe Dienste einschließlich DATEV 98,96 Prozent (Quelle: https://status.my.candis.io/, Stand 2026-08-26)
- Kundenzahl nach eigener Angabe: mehr als 10.000 Unternehmen seit 2015, Angabe des Anbieters auf der Preisseite, ohne Erhebungsmethode und ohne Stichtag (Quelle: https://www.candis.io/preise, Stand 2026-08-26)

## Ausstiegskosten

Hoch: Die eine Hälfte ist unkritisch: Buchungssätze und Stammdaten laufen über die DATEV-Schnittstelle laufend in das eigene Rechnungswesen, dort liegen sie nach einem Wechsel weiter. Die andere Hälfte liegt in der Plattform, und für sie tickt eine Uhr. Ziffer 7.3 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen räumt ab Zugang der Kündigung sechs Wochen ein, um eingestellte Inhalte und Dokumente herunterzuladen; danach werden sie gelöscht. Verlängerungen gibt es auf schriftlichen Antrag in Monatsschritten, je gegen die vereinbarte Monatsgebühr. Der Wortlaut deckt die vom Kunden eingestellten Inhalte und Dokumente ab. Ob der Freigabeverlauf mitkommt, also wer wann was nach welcher Regel freigegeben hat, steht dort nicht. Genau dieser Verlauf ist der Teil, den eine Betriebsprüfung sehen will, und die Aufbewahrungspflicht dafür bleibt nach § 147 AO zehn Jahre beim Unternehmen. Das Werbeversprechen der zehnjährigen Archivierung gilt für die Vertragsdauer, die Zugriffsfrist danach beträgt sechs Wochen. Wer wechselt, plant deshalb zuerst die Ablösung des Archivs und erst danach das neue Werkzeug.

## Regulatorik und Daten

| Punkt | Befund | Belegstand | Stand |
|---|---|---|---|
| Auftragsverarbeitung | öffentlich abrufbar, unterzeichnet, Fassung 1.10 vom 19.11.2024 — Der Auftragsverarbeitungsvertrag liegt als unterzeichnete Datei ohne Anmeldung zum Herunterladen bereit und bezeichnet sich in der Präambel als Anhang zum Nutzungsvertrag und zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Er ist damit an keinen Tarif und an keine Anfrage gebunden. Angehängt sind die technischen und organisatorischen Maßnahmen sowie eine Aufstellung der verarbeiteten Datenarten. Benannte Stelle ist der externe Datenschutzbeauftragte Ali Tschakari von der Bitkom Servicegesellschaft mbH, erreichbar über datenschutz@candis.io. | belegt | 2026-08-26 |
| Speicherort | Deutschland, Frankfurt am Main — Ziffer 7.3 des Auftragsverarbeitungsvertrags benennt Amazon Web Services EMEA mit dem Zweck Hosting in der Frankfurter Datenzone in Deutschland. Ziffer 7.4 legt fest, dass die vertraglich vereinbarte Leistung ausschließlich in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder des Europäischen Wirtschaftsraums erbracht wird. An einen Tarif ist das nicht gebunden, eine Wahlmöglichkeit gibt es folglich auch nicht. Die Produktseite nennt dieselbe Angabe in Verkaufsform. | belegt | 2026-08-26 |
| Subunternehmer | vier namentlich, mit Zweck und Land, Stand der Liste 19.11.2024 — Ziffer 7.3 des Auftragsverarbeitungsvertrags führt vier Unterauftragnehmer mit Anschrift und Teilleistung: Amazon Web Services EMEA in Luxemburg für das Hosting in Frankfurt, Gini GmbH in München für das Auslesen von Rechnungsdaten, Mailjet SAS in Paris für Benachrichtigungen und Google Cloud EMEA in Dublin für die automatische Unterscheidung von Dokumentarten. Alle vier sitzen in der Europäischen Union. Eine gepflegte Unterauftragnehmerseite gibt es nicht, die Liste steht allein in dieser Vertragsdatei, und Ziffer 7.2 verweist für Änderungen auf eben diese Liste. Die Auflage folgt aus dem Datum: Die Fassung stammt vom 19.11.2024, während der Anbieter heute mit einem Zusammenspiel aus eigener Software und nicht benannten KI-Anbietern wirbt. Vor der Unterschrift gehört die aktuelle Fassung angefordert und mit dem Werbetext abgeglichen. | teilweise belegt | 2026-08-26 |
| Drittlandübermittlung | für das Produkt keine, im Vertrag verankert — Ziffer 7.4 des Auftragsverarbeitungsvertrags schließt die Verlagerung in ein Drittland ohne vorherige Zustimmung des Auftraggebers aus und verlangt für diesen Fall die Voraussetzungen der Artikel 44 ff. der Datenschutz-Grundverordnung. Alle vier Unterauftragnehmer sitzen in der Union. Getrennt davon zu lesen ist die Datenschutzerklärung: Sie behandelt ausdrücklich den Besuch der Webseite und listet dort zahlreiche Übermittlungen in die Vereinigten Staaten, gestützt auf den Datenschutzrahmen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten, unter anderem an Vercel, Google, Microsoft, Meta, Segment, Intercom und Salesforce. Diese Übermittlungen betreffen Besucher der Webseite und nicht die Belege im Produkt. | belegt | 2026-08-26 |
| Training mit Kundendaten | allgemeines Training vertraglich ausgeschlossen, Lernen im eigenen Bestand findet statt — Ziffer 7.9 des Auftragsverarbeitungsvertrags erlaubt den Einsatz künstlicher Intelligenz und großer Sprachmodelle nur unter der Bedingung, dass die im Vertragsverhältnis verarbeiteten Daten nicht für allgemeines Training verwendet werden, und verpflichtet den Auftragnehmer auf alle von ihm eingesetzten KI-Systeme. Das ist die belastbare Zusage. Der Anbieter beschreibt daneben, dass das System aus den Rechnungen des jeweiligen Unternehmens lernt und nach etwa dreißig Tagen Muster erkennt, ein unternehmensübergreifendes Training aber weder technisch noch rechtlich stattfindet. Beides zusammen ergibt: Kein Training über Kundengrenzen hinweg, Lernen innerhalb des eigenen Bestands schon. | belegt | 2026-08-26 |
| Aufbewahrung und Löschung | Löschung zugesagt, Zugriffsfrist beziffert, Aufbewahrung beim Anbieter offen — Beziffert ist die Frist auf der Kundenseite: sechs Wochen ab Zugang der Kündigung zum Herunterladen, danach Löschung, Verlängerung in Monatsschritten gegen die Monatsgebühr, so Ziffer 7.3 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Ziffer 3.12 des Auftragsverarbeitungsvertrags sagt Rückgabe oder Löschung nach Auftragsende zu, allerdings auf Verlangen des Auftraggebers und ohne eigene Frist. Ziffer 3.9 nimmt davon ausdrücklich aus, was der Anbieter nach eigenen gesetzlichen Aufbewahrungspflichten weiter vorhält, genannt sind bis zu zehn Jahre. Was nach Ablauf der sechs Wochen beim Anbieter verbleibt und wann es dort verschwindet, ist öffentlich nicht bestimmt. | teilweise belegt | 2026-08-26 |
| Zertifikate | keiner für den Anbieter selbst, genannt werden die des Cloudbetreibers — Für die Gesellschaft selbst wird kein Nachweis genannt, weder ISO/IEC 27001 noch ein Prüfungsbericht nach SOC 2. Die Produktseite führt ISO 27001 und SOC 2 ausdrücklich für den Cloudbetreiber an, und der Anhang des Auftragsverarbeitungsvertrags verweist für die Zutrittskontrolle zu den Serverräumen auf die Unterlagen von Amazon Web Services. Eine Sicherheits- oder Vertrauensseite führt das Seitenverzeichnis mit 434 Adressen nicht. Das Etikett GoBD-zertifiziert taucht auf der Preisseite und auf der Produktseite auf. Dazu gehört die Einordnung der Finanzverwaltung: Nach Randziffer 180 des Schreibens des Bundesministeriums der Finanzen vom 28.11.2019, Aktenzeichen IV A 4 - S 0316/19/10003 :001, können Zertifikate oder Testate Dritter bei der Wahl eines Systems helfen, binden die Finanzbehörde jedoch nicht. Belegt ist hingegen der Status als lizenzierter DATEV-Schnittstellenpartner, der eine regelmäßige technische Prüfung durch DATEV einschließt. Er sagt nichts über Informationssicherheit. | teilweise belegt | 2026-08-26 |
| EU-KI-Verordnung, Artikel 50 | keine Aussage zur Verordnung, Selbstbeschreibung mit Widerspruch — Das Produkt enthält ein KI-System im Sinne der Verordnung 2024/1689, deren Transparenzpflichten aus Artikel 50 seit dem 02.08.2026 gelten. Der Anbieter erwähnt die Verordnung in keinem öffentlichen Dokument, und eine Zertifizierung nach ISO/IEC 42001 nennt er nicht. Praktisch trifft die Kennzeichnungspflicht hier ohnehin überwiegend das einsetzende Unternehmen, weil das Werkzeug nach innen arbeitet und nicht mit Endkunden spricht. Auffällig ist der Widerspruch auf der eigenen KI-Seite: Dort steht, die Datenerfassung nutze große Sprachmodelle, und wenige Absätze weiter, Halluzinationen seien ein Merkmal generativer Modelle und die eigene KI arbeite auf anderer Grundlage. Wer die Kennzeichnung im eigenen Haus setzen muss, klärt vorher, welche Funktion auf welchem Modell läuft. | teilweise belegt | 2026-08-26 |
| Protokollierung | vom Anbieter beschrieben, Reichweite und Frist offen — Der Anhang des Auftragsverarbeitungsvertrags nennt unter der Eingabekontrolle die technische Protokollierung von Datenänderungen und unter der Weitergabekontrolle protokollierte und ausgewertete Übertragungsvorgänge. Im Produkt sichtbar sind eine Exporthistorie zur DATEV-Schnittstelle und der Freigabeverlauf am einzelnen Beleg. Der Anbieter verweist darüber hinaus auf Verfahrensdokumentation und internes Kontrollsystem. Was das Protokoll im Einzelnen erfasst, wie lange es vorgehalten wird und ob es sich in eigene Systeme ausleiten lässt, steht in keinem öffentlichen Dokument. Für ein Werkzeug, dessen Ergebnis in einer Betriebsprüfung landet, ist das der Punkt, an dem später jemand nachfragt. | teilweise belegt | 2026-08-26 |

## Kosten

- Einstieg: Drei Pakete mit veröffentlichten Einstiegspreisen: Basis ab 389 Euro im Monat, Plus ab 599 Euro, Max ab 789 Euro. Abgerechnet wird nach Rechnungs- oder Dokumentenmenge, Nutzerzahl und Zahl der Gesellschaften sind in allen Paketen unbegrenzt. Einrichtung, Einweisung, Speicher und Betreuung sind nach Angabe des Anbieters enthalten. Dreißig Tage lassen sich kostenlos testen. (Stand 2026-08-26)
- Teuer wird es: An drei Stellen. Erstens die Belegmenge, denn der Preis hängt an ihr: Berechnet werden hochgeladene Rechnungen und Verträge, Anhänge wie Angebote und Lieferscheine bleiben frei. Wer die eigene Menge nicht kennt, kennt seinen Preis nicht. Zweitens das Paket, in dem die Konzernfunktion steckt: Die Anmeldung über den eigenen Identitätsanbieter beginnt beim Max-Paket, der Sprung von der Basis dorthin verdoppelt den Grundpreis. Drittens die Bindung. Zur Laufzeit gibt es zwei Angaben, die auseinandergehen: Die Preisseite nennt zwölf, vierundzwanzig oder sechsunddreißig Monate mit drei Monaten Kündigungsfrist, Ziffer 7.1 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen nennt zwei Monate zum Ablauf des Abrechnungszyklus bei jährlichem Grundpreis und vier Wochen zum Monatsende bei monatlichem. Beide Angaben stammen vom 26.08.2026. Was gilt, gehört in den Bestellschein.

## Drei Wege im Vergleich

### Beim Steuerberater und beim Buchhaltungssystem bleiben

DATEV Unternehmen online kann Belege einsammeln und freigeben lassen, und für größere Häuser liegen dieselben Vorgänge in den Kreditorenmodulen von SAP oder Microsoft Dynamics 365 Business Central, im deutschen Markt dazu bei den klassischen Anbietern für Rechnungseingangs-Workflows wie xSuite. Dieser Weg kauft Nähe zum Buchungssystem und einen Vertragspartner, den die Beschaffung kennt. Der Prüfpfad bleibt an einer Stelle, und das Archiv liegt dort, wo die Aufbewahrungspflicht ohnehin bedient wird. Bezahlt wird das mit der Oberfläche: Die Freigabe wandert zu Personen, die mit Buchhaltungssoftware nichts zu tun haben wollen, und je unbequemer sie dort ist, desto länger liegt eine Rechnung.

### Ein KI-natives Ausgabenwerkzeug nehmen, das die Freigabe mitbringt

Pleo und Moss kommen von der Firmenkarte her und haben die Rechnungsfreigabe angebaut, statt umgekehrt. Der Unterschied liegt weniger im Preis als im Zuschnitt: Diese Werkzeuge decken Karte, Auslage und Beleg in einem Fluss ab und sind stark, wo Ausgaben im Feld entstehen. Candis kommt von der Kreditorenseite und ist stark, wo Lieferantenrechnungen in Menge eingehen und in die Buchhaltung müssen. Zu prüfen ist deshalb eine einzige Frage, bevor Funktionslisten verglichen werden: Woher kommen die Belege, die im eigenen Haus die Zeit fressen. Wer beide Enden bedienen will, kauft zweimal Freigabe und bekommt zwei Prüfpfade.

### Die Freigabestrecke selbst bauen

Die Strecke ist überschaubar: Rechnung aus einem Postfach ziehen, Felder auslesen, gegen Lieferantenstamm und Bestellung prüfen, nach Betrag und Kostenstelle an die zuständige Person leiten, Zusage einsammeln, Buchungssatz an DATEV übergeben. Gebaut wird das mit Claude Code als Bauwerkzeug, n8n für die Ablaufkette, LiteLLM als Modellzugang und Langfuse für die Prüfschleife über die Auslesequalität; die Ablage der Belege liegt in Supabase. Zwei Wochen Bauzeit für den ersten Rechnungstyp sind realistisch, gerechnet mit einem Tagessatz von 1.200 Euro also rund 12.000 Euro einmalig gegenüber 4.668 Euro im Jahr für das Basis-Paket. Die Rechnung geht trotzdem selten auf, und sie scheitert nicht am Bau. Sie scheitert an der Aufbewahrung: Zehn Jahre unveränderbar archivieren, mit Verfahrensdokumentation, Mandantentrennung und einem Protokoll, das einer Betriebsprüfung standhält, ist der teure Teil, und er fällt jedes Jahr neu an. Dazu kommt die Vertretungsregel, die niemand baut, bis die erste Rechnung im Urlaub einer Führungskraft liegen bleibt. Es lohnt, wenn die eigene Prüfregel der eigentliche Wert ist, etwa bei einer Branchenlogik, die kein Standardwerkzeug kennt. Es lohnt nicht für den Regelfall, den zwei Anbieter aus der Schublade bedienen.

Empfehlung nach Größe:

- Solopreneur: Nicht kaufen. Bei dieser Belegmenge trägt der Einstiegspreis den Nutzen nicht.
- KMU: Passt, wenn die Belege über die DATEV-Strecke laufen. Vorher die Monatsmenge zählen und die Laufzeit im Bestellschein klären.
- Konzern: Nur mit dem Max-Paket ernsthaft prüfen, und Verfügbarkeit, Protokollumfang und die aktuelle Unterauftragnehmerliste vor der Unterschrift schriftlich festhalten.

## Einordnung

- Setzt Methode um: [Engpass-Erkennung (5-Schichten-Scan)](https://www.convios.com/de/methodik/engpass-erkennung) — Die Methode sucht die Schicht, an der die Arbeit wirklich stockt. Dieses Werkzeug lohnt genau dann, wenn der Engpass in der Freigabe liegt und nicht im Buchen selbst oder in der Frage, wer überhaupt bestellen darf.
- Setzt Methode um: [Regulatorik-Dichte-Test](https://www.convios.com/de/methodik/regulatorik-dichte-test) — Der Vorgang trägt Aufbewahrungs- und Nachweispflichten aus der Abgabenordnung, und die Methode misst, wie viel davon auf einer Strecke liegt. Genau diese Dichte entscheidet hier gegen den Eigenbau.
- Setzt Methode um: [Randomisierte Messung von KI-Produktivitätsgewinnen](https://www.convios.com/de/methodik/ki-produktivitaet-rct) — Der Anbieter beziffert die Ersparnis auf 13.500 bis 34.000 Euro im Jahr und die Erfassung auf bis zu 91 Prozent korrekte Angaben. Die Methode beschreibt, wie man solche Zahlen im eigenen Haus misst, statt sie aus der Angebotsunterlage zu übernehmen.
- Setzt Methode um: [Operating-Model-Raster (Standardisierung und Integration)](https://www.convios.com/de/methodik/operating-model-raster) — Die Methode trennt Standardisierung von Integration, und darum geht die Entscheidung hier: Das Buchhaltungssystem bleibt das führende System, standardisiert wird allein der Weg des Belegs bis zur Freigabe.
- Verdrängt: Rechnungen als Papier oder Anhang durch das Haus tragen und per Mail freigeben lassen, Freigaben in Sammelpostfächern und Tabellen nachhalten, Belegdaten für den Steuerberater von Hand abtippen

## Belege

- Rechtsform, Sitz, Registergericht und Registernummer, Geschäftsführer, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer und benannter Datenschutzbeauftragter — https://www.candis.io/impressum (Stand 2026-08-26)
- Ersteintragung am 19.06.2015, offengelegte Jahresabschlüsse 2017 bis 2024 mit Einreichung des Abschlusses 2024 am 01.06.2026, Stammkapital 169.685 Euro zum 22.08.2023 — https://www.northdata.de/Candis+GmbH,+Berlin/HRB+168078 (Stand 2026-08-26)
- Auftragsverarbeitungsvertrag Fassung 1.10, unterzeichnet am 19.11.2024: vier namentliche Unterauftragnehmer mit Zweck und Land, Hosting in Frankfurt am Main, Leistungserbringung ausschließlich in der Europäischen Union oder im Europäischen Wirtschaftsraum, Ausschluss allgemeinen KI-Trainings, Rückgabe oder Löschung nach Auftragsende, Aufbewahrungsvorbehalt bis zu zehn Jahre, technische und organisatorische Maßnahmen — https://assets.ctfassets.net/iszu9cg7w7tj/GDL05LusIGssGicZ0qB6H/3930553301e5d624551a81cde4f79c10/DPA_1.10_candis.io.pdf (Stand 2026-08-26)
- Kündigungsfristen nach Ziffer 7.1, Zugriffsfrist von sechs Wochen mit anschließender Löschung und kostenpflichtiger Verlängerung nach Ziffer 7.3, fehlende Verfügbarkeitszusage nach Ziffer 8.2 — https://www.candis.io/agb (Stand 2026-08-26)
- Einstiegspreise der drei Pakete, Abrechnung nach Belegmenge, unbegrenzte Nutzerzahl und Gesellschaften, enthaltene Leistungen, Vertragslaufzeiten von zwölf bis sechsunddreißig Monaten, Angabe von mehr als 10.000 Unternehmen, Herausgabe der Kreditkarten mit der Varengold Bank — https://www.candis.io/preise (Stand 2026-08-26)
- Beschreibung der KI-Funktionen, Speicherung in Frankfurt am Main, Zertifizierungen des Cloudbetreibers, Etikett GoBD-zertifiziert, Aussagen zum Lernen im eigenen Bestand und zum Verzicht auf unternehmensübergreifendes Training, Ersparnis von 13.500 bis 34.000 Euro im Jahr und bis zu 91 Prozent korrekt erfasste Angaben — https://www.candis.io/candis-ki (Stand 2026-08-26)
- Verarbeitung im Auftrag für die eigene Webseite mit Übermittlungen in die Vereinigten Staaten auf Grundlage des Datenschutzrahmens zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten, ohne Aussage zu den Kundeninhalten im Produkt — https://www.candis.io/datenschutz (Stand 2026-08-26)
- Anmeldung über SAML mit Entra ID oder Google ab dem Max-Paket und nur nach Anfrage beim Anbieter — https://hilfe.candis.io/de/articles/573852-single-sign-on-sso (Stand 2026-08-26)
- Öffentliche Statusseite mit Verfügbarkeitswerten über neunzig Tage je Baustein — https://status.my.candis.io/ (Stand 2026-08-26)
- Lizenzierter DATEV-Schnittstellenpartner mit regelmäßiger technischer Prüfung durch DATEV, Exporthistorie und Umfang der Schnittstellen nach DATEV Unternehmen online und DATEV Rechnungswesen — https://www.candis.io/produkt/schnittstellen-und-exporte (Stand 2026-08-26)
- Mehrstufige Freigaberegeln nach Betragsgrenze, Freigabegruppen, Vertretungsregelung bei Abwesenheit und individuell vergebene Zugriffsrechte — https://www.candis.io/produkt/rechnungsfreigabe (Stand 2026-08-26)
- Zertifikate und Testate Dritter helfen bei der Wahl eines Systems, binden die Finanzbehörde jedoch nicht, Randziffer 180 des Schreibens des Bundesministeriums der Finanzen vom 28.11.2019, Aktenzeichen IV A 4 - S 0316/19/10003 :001 — https://www.haufe.de/id/beitrag/grundsaetze-ordnungsmaessiger-buchhaltung-in-elektronischer-12-zertifizierung-von-softwaresystemen-HI7498152.html (Stand 2026-08-26)
- Finanzierungsrunde über 12 Mio. Euro am 30.07.2020 unter Führung von Viola Ventures mit den weiteren beteiligten Geldgebern — https://www.prnewswire.com/news-releases/smb-accounting-automation-leader-candis-raises-12m-series-b-in-bid-to-become-the-european-market-leader-in-automated-financial-processes-for-smbs-301102848.html (Stand 2026-08-26)
- Finanzierungsrunde über 16 Mio. US-Dollar am 14.09.2022 mit Viola Fintech, Lightspeed und Viola Ventures sowie 30 Mio. US-Dollar über zwei Runden — https://www.deutsche-startups.de/2022/09/14/dealmonitor-riskmethods-candis/ (Stand 2026-08-26)
- Keine Unterauftragnehmerseite und keine Sicherheits- oder Vertrauensseite im gesamten Seitenverzeichnis des Anbieters mit 434 Adressen — https://www.candis.io/sitemap.xml (Stand 2026-08-26)
